Rehe runter vom Sofa: Das ist das Motto von Christian Erdmann. 2010 hat er die Wildtierstation Hamburg gegründet, da es eine zentrale Einrichtung bis dato nicht gab. Sie wird durch Spenden finanziert. Immer mehr Wildtiere suchen die Nähe zur Stadt Hamburg: Es sind Uhus in Ohlsdorf, Reiher und Möwen am Hafen, Füchse in Vorgärten oder Waschbären im Einkaufszentrum. Die Bebauung und Monokultur in der Landwirtschaft nehmen den Tieren die Brutplätze und Nahrungsquellen. In der Stadt gibt es mehr zu fressen, die Parks und Hafengebiete sind gute Orte für Wildtiere, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Die Nähe zum Menschen birgt aber auch viele Gefahren. Stacheldrähte, Autos, Windräder, Bauarbeiten, dadurch geraten unzählige Wildtiere täglich in der Stadt in Not. Mehr als 4.000 verletzte wilde Tiere werden jedes Jahr in Hamburg versorgt. Und das sind nur die, die von Menschen gefunden und gemeldet werden. Aber es lauert noch eine weitere Gefahr für die Wildtiere: Stadtmenschen, die es gut meinen und keine Ahnung von der Lebensweise der Tiere haben. Auch das kann tödlich für ein Tier enden. Eine Frau hatte ein Rehkitz aufgelesen, weil es allein im Gras lag. Das ist völlig normal, wenn die Ricke gerade Futter sucht. Eine Woche lang behielt sie das junge Tier bei sich, brachte es schließlich aber doch in die Wildtierstation. Da war es zu spät, das Kitz starb an Unterernährung. Christian Erdmann ist aber nicht nur damit beschäftigt, Tiere gesund zu pflegen, sondern leistet auch täglich Aufklärungsarbeit. Er kümmert sich seit mehr als 25 Jahren um Wildtiere und sieht es als seine moralische Pflicht, Tieren, die erst durch Menschen und Zivilisation in Not geraten sind, zu helfen. Das Ziel ist immer die Auswilderung. Mehr als 60 Prozent der Wildtiere können am Ende zurück in die Natur entlassen werden. Dabei ist es ist sehr wichtig, dass sie während des Aufenthalts in der Station nicht gezähmt werden.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 21.10.2026 um 11:55 Uhr auf Radio Bremen TV.