Vom Händler im jüdischen Ghetto zum mächtigen Bankier: Mayer Amschel Rothschild und seine Söhne schaffen ein europäisches Bankenimperium und werden Teil der einflussreichen Elite Europas. Das Familiennetz der Rothschilds beeinflusst schnell die Politik Europas, entscheidet Kriege und wird zur treibenden Kraft der Industrialisierung. Trotz immerwährender antisemitischer Anfeindungen gehören sie noch heute zu den reichsten Familien der Welt. Mayer Amschel Rothschild wird 1744 in der Frankfurter "Judengasse" geboren. Im abgeschirmten Stadtteil, wo nachts die Tore geschlossen werden, erfährt er Antisemitismus und Ausgrenzung: Erfahrungen, die ihn lebenslang prägen werden. Juden dürfen zu dieser Zeit mit klassischen Waren nicht handeln, ihnen bleiben nur Geldgeschäfte, das heißt Kredite und Münzwechsel. Mayer Amschel Rothschild ergattert einen Ausbildungsplatz im berühmten jüdischen Bankhaus Oppenheimer in Hannover und wird nur wenige Jahre später zum sogenannten Hofjuden bei Wilhelm von Hessen-Hanau. Als solcher organisiert er die Geldgeschäfte des Grafen und versorgt ihn mit Kapital- und Luxusgütern. Rothschilds Geschäftssinn macht ihn reich. Er schickt seine fünf Söhne in die pulsierenden Finanzmetropolen Europas: London, Wien, Neapel, Paris. Das Netzwerk der Rothschildbanken entsteht. Die Brüder beweisen engen Zusammenhalt, knüpfen Kontakte und verbünden sich mit den Mächtigen. Ihr Reichtum wächst ins Unermessliche: Nathan, der Londoner Rothschild, stirbt 1836 sogar als reichster Mensch der Welt. Als Finanziers profitieren sie nicht nur vom kriegstreibenden Europa, sondern treiben durch ihre Investitionen auch maßgeblich die Industrialisierung und den Eisenbahnbau voran. Doch die jüdische Familie, deren Erfolg in der notorisch antisemitischen Gesellschaft Europas Neid und Missgunst hervorruft, ist ständigem Hass und Anfeindungen ausgesetzt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 08.10.2026 um 15:45 Uhr auf ZDFinfo.