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Turbulenz

Montag, 12.10.2026 02:40 Uhr TV-Tipp
arte
Montag
12.10.2026
02:40 Uhr
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Die französisch-amerikanische Regisseurin Anne Aghion war zehn Jahre alt, als ihre Mutter starb. In einer Reihe liebevoller filmischer Briefe an die Verstorbene erkundet sie die Auswirkungen dieses Verlustes und geht den verdrängten Erinnerungen ihres Vaters an den Holocaust in Frankreich nach. Gleichzeitig setzt sich die engagierte Filmemacherin mit ihrem eigenen Leben auseinander: In ihren Arbeiten gibt sie den Überlebenden von Extremsituationen eine Stimme. Der in zwölf Jahren entstandene Dokumentarfilm ist eine Weltreise in faszinierenden Bildern und zugleich eine Sinnsuche angesichts des erlittenen Leids.

Die Regisseurin und Emmy-Preisträgerin Anne Aghion sieht sich als Sprachrohr für Menschen, die schwere Erlebnisse verarbeiten müssen. Sie selbst hat es lange Zeit vermieden, sich mit dem frühen Verlust ihrer Mutter und den Auswirkungen der Holocaust auf die Familie ihres Vaters auseinanderzusetzen. Als Kind verdrängt Anne Aghion alle Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter. Als Jugendliche durchlebt sie eine rebellische Phase, die alles bisher Erlebte überschattet und sie sogar mit dem Gesetz in Konflikt bringt.
Später zeigt sie als engagierte Filmemacherin, wie Menschen unter extremen Bedingungen leben und überleben, etwa nach einem verheerenden Erdbeben in Nicaragua oder in der Eiseskälte der Antarktis. Vor allem aber hält sie mit ihrer Kamera jahrelang das unfassbare Leid der Menschen in Ruanda fest, die nach dem Völkermord von 1994 wieder zu einem friedlichen Miteinander finden müssen. Diese Arbeit für „Ruanda - Ist Versöhnung möglich?“ (2004) fügt ihr weitere Traumata zu. Von Kritik und Publikum gefeiert, ignoriert Aghion ihre eigene Trauer so lange, bis der Leidensdruck zu groß wird.

In filmischen Briefen an ihre Mutter, an die sie kaum Erinnerungen hat, der sie aber sehr ähnlich ist, unternimmt die Regisseurin eine Reise um die Welt. Aufnahmen von ihrer Familie, Ausschnitte aus ihren eigenen Filmen, animierte Aquarellbilder und aktuelle Filmsequenzen aus Indien, Frankreich und New York fügen sich zu einem faszinierenden und sehr ergreifenden Gesamtbild zusammen.
Der Dokumentarfilm stellt eine Frage, mit der jeder Mensch irgendwann konfrontiert wird: Wie ist es möglich, nach erlittenen oder miterlebten Schmerzen, Verletzungen oder Traumata wieder mit sich und anderen Frieden zu schließen?

Textquelle: ARD Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 12.10.2026 um 02:40 Uhr auf arte.

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12.10.2026 02:40arte03.03.2025 23:50arte