Die Chauvet-Höhle ist ein archäologisches Juwel, das erst vor rund 30 Jahren entdeckt wurde. Ihre Wandmalereien sind vermutlich über 30.000 Jahre alt und gehören somit zu den ältesten in Europa. Anhand spektakulärer 3D-Rekonstruktionen gewährt der Dokumentarfilm faszinierende Einblicke in die Höhle, die nur einmal pro Jahr von einem Wissenschaftlerteam betreten werden darf.
Dank des Photogrammetrie-Verfahrens, das die Erstellung von 3D-Modellen ermöglicht, kann die Chauvet-Höhle bis ins Detail erkundet werden. Spezialisten untersuchen die Wandmalereien und versuchen, ihre Bedeutung zu ergründen. Sie interessieren sich aber auch für die Überreste von Feuerstellen. Diese deuten auf große Feuer hin, die Muster aus Licht und Schatten auf die Höhlenwände warfen und vielleicht rituelle Bedeutung hatten. Damit könnte die Chauvet-Höhle eines der ersten "Theater" der Menschheit gewesen sein. Auch Klänge mögen dabei eine Rolle gespielt haben: Die junge Disziplin der Archäoakustik erforscht, wie prähistorische Stätten bewusst so gestaltet wurden, dass sie Stimmen und Geräusche zur Geltung brachten.
Parallel dazu liefern die Arbeiten über das Zusammenleben von Menschen und Tieren erstaunliche Ergebnisse: Knochen und Kratzspuren von Höhlenbären sowie Fuß- und Pfotenabdrücke von Menschen und Wölfen lassen vermuten, dass diese Arten sich die Höhle teilten.
Mit Hilfe all dieser wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden.
Schwerpunkt: Tag der Wissenschaft
Höhlenmalereien auf Sulawesi werfen neues Licht auf den Ursprung der Kunst. Zum "Fest der Wissenschaft" führt ARTE außerdem in die Chauvet-Höhle und in die Grotte Mandrin, wo Funde auf ein Zusammentreffen des Homo Sapiens mit dem Neandertaler hinweisen. "Tierische (R)Evolution" lenkt den Blick in die Zukunft und zeigt, wie erfindungsreich sich Tiere an den Klimawandel anpassen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 10.10.2026 um 20:15 Uhr auf arte.
