Plattdeutsch eine Bühne bieten Was es ihr bedeutet, auf Plattdeutsch Theater zu spielen? Das ist für Anja Berger in einem Wort zusammenzufassen: Heimat. Sie ist eine der vielen Ehrenamtlichen, die sich an der Niederdeutschen Bühne Flensburg engagieren. Sie alle sind hier unverzichtbar. Zwar bekommt die NDB Zuschüsse von der Stadt Flensburg, doch die wurden gerade stark gekürzt. Zurzeit wird ein Klassiker aus den 1970er-Jahren einstudiert: "Kinner Kinner" von Irmgard Wempner. Gastregisseurin Sandra Keck ist selbst Profischauspielerin am Ohnsorg-Theater in Hamburg. Dass die plattdeutsche Sprache im Theater präsent ist, sei wichtig, sagt sie. Den Muttersprachlern müsse man eine Plattform bieten und auch jungen Leute zeigen: Kommt ins Plattdeutsche Theater, auch wenn ihr vielleicht nicht jedes Wort versteht. Eine alte Weltsprache Im Alltag hat keiner der Studierenden im Seminar von Robert Langhanke bisher viel Platt gesprochen. Einige lernen es wie eine Fremdsprache neu. "Meine Großeltern haben immer Platt gesprochen, aber nicht mit mir", erzählt Lene Kramp. Jetzt durch das Studium habe sich das geändert. Das Studienfach steht an der Europa-Universität Flensburg jedem offen, nicht nur GermanistikStudierenden, auch wenn sie die größte Gruppe stellen. Wer Plattdeutsch spricht, kann übrigens skandinavische Sprachen meist leichter lesen, sagt Dozent Robert Langhanke. Denn in der Hansezeit hat Platt dort viele Spuren hinterlassen. "Man sagt ja auch: Platt ist eine alte Weltsprache. Da ist was dran." Æ Sproch - aber keine eigene Sprache Sønderjysk war im Mittelalter die Umgangssprache im Landesteil Schleswig bis nach Eckernförde. Ausgenommen Nordfriesland, da wurde Friesisch gesprochen. Heute wird es in verschiedenen Varianten noch im Süden Dänemarks gesprochen. Auch Moderator Anders Køpke Christensen spricht es mit Begeisterung, wann immer sich die Gelegenheit bietet. Die Sprecher nennen Sønderjysk æ sproch: die Sprache.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 08.08.2026 um 08:00 Uhr auf Radio Bremen TV.