Von der Jahrhundertwende bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts war die Blütezeit der Sommerfrische. Ausgehend vom Adel fand dieser Trend seinen Niederschlag im Bürgertum und die Sehnsucht der Städter nach der Ruhe und Idylle des Landlebens im Sommer fand sich in der gesamten Bevölkerung. Literaten oder Maler entflohen der Sommerhitze, um sich nicht nur dem Kunstgenuss, sondern auch dem Genuss der Sinne zu widmen. Nach dem 2. Weltkrieg feierte die Sommerfrische eine Renaissance und der Sehnsucht nach der Ruhe und Geborgenheit am Land ging man erst mit der Bahn, später mit dem eigenen Auto nach. Die Geschichte der Sommerfrische ist auch eine Geschichte der Reiseliteratur. Dies ist durch bekannte Künstler, aber auch auf zahlreichen Postkarten sowie in Briefen dokumentiert. Die Sommerfrische verlor nie an Modernität, auch wenn der heutige Blickwinkel ein anderer ist, wenn man sich aufs Land einlässt. Die dreiteilige Dokumentationsreihe begibt sich auf Spurensuche nach der "alten" und der "neuen" Sommerfrische und zeigt ihre Unterschiede, aber auch ihre vielen Gemeinsamkeiten auf. Die Sommerfrische in Oberösterreich hat eine mehr als ein Jahrhundert alte Tradition. Schon Kaiser Franz Josef hatte seine Sommerresidenz in der Kaiservilla in Bad Ischl, von wo aus er sein gesamtes Reich regierte. Das Salzkammergut gehört zu den touristisch am besten erschlossenen Gebieten Österreich, was es nicht nur seiner reizvollen Landschaft, sondern auch seinen vielen Kurbädern verdankt. Die Dokumentation bereist das Seengebiet des Salzkammergutes und besucht das berühmte "Weiße Rössl" am Wolfgangsee, Schloss Orth in Gmunden am Traunsee und den Attersee, den größten Binnensee Österreichs. Dieser war in der Belle Epoche das Zentrum der Sommerfrische und für seine Künstlerkolonien bekannt. Prominenz und Wirtschaftsmagnaten versammelten sich in Kaisernähe rund um Ischl, während die Region um Litzlberg am Attersee ein Geheimtipp bleibt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 26.07.2026 um 02:50 Uhr auf ORF 3.