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Verliert unser Gehirn den Fokus?

42 - Die Antwort auf fast alles
Montag, 29.06.2026 11:30 Uhr
radiobremen
Montag
29.06.2026
11:30 Uhr
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Bildquelle: ARD Foto
Bildquelle: ARD Foto

Einer der ersten Aufmerksamkeitsforscher, William James, wird noch mit dem Satz zitiert: "Jeder weiß, was Aufmerksamkeit ist", hingegen revolutionieren die Neurowissenschaften und spezifischere, psychologische Methoden inzwischen das allgemeine Verständnis über die Aufmerksamkeit. Denn Aufmerksamkeit funktioniert in rhythmischen Zyklen: Alle paar Hundert Millisekunden schwankt der Mensch zwischen Fokus und Ablenkung. Ablenkung ist also kein Feind, sondern Teil eines uralten Mechanismus, der einen Menschen überhaupt erst handlungsfähig macht. Ist Ablenkbarkeit also völlig normal? Oder gerade der Grund dafür, dass die Menschen so anfällig für all die Nebenschauplätze sind?

Die Germanistin und Kulturwissenschaftlerin Carolin Duttlinger gibt zu bedenken, dass die ausgerufene "Aufmerksamkeitskrise" nichts Neues ist: Auch der Industrialisierung und dem Kino wurden bereits nachgesagt, die Aufmerksamkeit der Menschen zu stören. Konzentration wird nie neutral bewertet - sie ist immer eine Frage von Macht, Motivation und Kontrolle. Rührt daher also das Gefühl, dass die Konzentrationsleistung abgenommen habe, nicht ausreiche? Oder ist vielleicht doch etwas dran am allgemeinen Eindruck, die Konzentrationsfähigkeit habe sich verschlechtert? Die Neurowissenschaftlerin Sabine Kastner und der Kognitionspsychologe Ulrich Ansorge sind sich einig: Die Fähigkeit zur Konzentration ist keineswegs geschrumpft, aber sie hat sich verändert. Wie funktioniert sie also heute, die Mutter aller Kognition: die Aufmerksamkeit?

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 29.06.2026 um 11:30 Uhr auf radiobremen.