

Nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick ("Blade Runner") aus dem Jahr 1956 erzählt "Minority Report" von einer Zukunft, in der Wissenschaft und Staat eine fragwürdige Allianz eingegangen sind, um die Mordrate in Washington DC zu senken: Mit Hilfe dreier seherisch begabter Menschen, sogenannter Pre-Cogs, können Mörder verhaftet und eingesperrt werden, bevor sie ihre Tat überhaupt begehen.
Spielberg entwirft dieses Washington des Jahres 2054 als totalitäre Gesellschaft mit deutlichen Anleihen bei Fritz Langs "Metropolis", gefilmt in grau-blauen, expressionistischen Bildern.
Der Normalbürger scheint in dieser Welt nur noch als braver Konsument, Junkie oder potenzieller Verbrecher zu existieren. Die Staatsgewalt funktioniert ebenso effizient wie gnadenlos.
John Anderton (Tom Cruise) ist als bester Mann der Pre-Crime-Police willfähriger Soldat und ausführendes Organ dieses Systems: Reihenweise verhaftet er Menschen, noch bevor sie ein Verbrechen begangen haben. Eines Tages aber wird Anderton in einer der Vorhersagen der Pre-Cogs selbst zum Mordverdächtigen. Aus dem Jäger wird ein Gejagter.
Verfolgt von seinen alten Kollegen und dem knallharten Cop Witwer (Colin Farrell) beginnt für Anderton ein Wettlauf gegen die Zeit: Er muss seine Unschuld beweisen, bevor der Moment des vorhergesagten Mordes gekommen ist. Um mehr über die Tat, die er angeblich begehen wird, zu erfahren, entführt er in einer spektakulären Aktion den Pre-Cog Agatha (Samantha Morton). Mit ihrer Hilfe will er herausfinden, was es mit den Visionen tatsächlich auf sich hat.
Dabei gerät er in ein Netz aus Lügen, Vertuschung und Intrigen und kommt einer grausamen Verschwörung auf die Spur, in die auch sein väterlicher Chef, der Pre-Crime-Entwickler Lamar Burgess (Max von Sydow), verwickelt zu sein scheint.
Wie fast alle seine Filme reichert Oscar-Preisträger Steven Spielberg diesen intelligenten Science-Fiction-Thriller mit aktuellen Bezügen an: "Minority Report" spielt in einer Zukunft, in der ein rigider Staat mit fragwürdigen Methoden den Wunsch nach absoluter Sicherheit vor Gewaltverbrechen erfüllen will.
Dabei ist es in Spielbergs Zukunftsvision die Staatsgewalt selbst, die schärferer Überwachung bedarf. Und gerade diese Andeutung, dass korrumpierte Polizeiarbeit auch in Zukunft eine große Bedrohung bleiben wird, gibt "Minority Report" seinen bittersten Realitätsbezug. In den Hauptrollen des Blockbusters glänzen Tom Cruise und Samantha Morton. Auch Colin Farrell und Max von Sydow sind zu sehen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 29.05.2026 um 22:25 Uhr auf 3sat.