

Der alternde Schriftsteller Melvin Udall ist kein Mensch, dem man gern auf der Straße begegnet. Was auch nicht sehr oft vorkommt, denn der von Zwangsneurosen geplagte Misanthrop zieht es vor, einen Großteil seines Lebens im Schutz seines New Yorker Apartments zu verbringen, das er nur verlässt, um in seinem Stammlokal das tägliche Mittagessen einzunehmen. Dort arbeitet die Kellnerin Carol Connelly, alleinstehende Mutter eines kleinen, an Asthma erkrankten Jungen. Trotz des anstrengenden, oft frustrierenden Alltags versucht sie, ihren Mitmenschen mit Güte und Nachsicht zu begegnen - was bei einem unausstehlichen Zeitgenossen wie Melvin, der mit beleidigenden, menschenverachtenden Äußerungen auffällt, schwerfällt.
Besonders deutlich zu spüren bekommt das Melvins Nachbar Simon Bishop, ein sensibler Maler, der seine Homosexualität offen auslebt und von dem störrischen Autor regelmäßig als "Tunte" beschimpft wird. Doch als Simon eines Tages von einer Jugendbande überfallen und schwer verletzt wird, ist es ausgerechnet Melvin, der widerwillig die Obhut über dessen Schoßhündchen Verdell übernimmt.
Überraschenderweise entwickelt sich zwischen dem kleinen Hund und seinem neuen Herrchen bereits nach kurzer Zeit eine herzliche Freundschaft, und es fällt Melvin spürbar schwer, das Tier an Simon zurückzugeben, als der nach einem längeren Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause kommt. Für den Maler brechen jetzt harte Zeiten an: Nicht nur, dass sich Verdell ihm entfremdet hat - er steht auch vor dem Ruin. Um finanziell wieder auf die Beine zu kommen, muss Simon zu seinen Eltern nach Baltimore fahren und sie um ein Darlehen bitten. Für diese Reise gibt es nur einen geeigneten Chauffeur: ausgerechnet Melvin.
Der willigt zwar ein, bittet jedoch Carol, der er in der Zwischenzeit einen großen finanziellen Dienst erwiesen hat, sie auf der Fahrt zu begleiten. Melvin hat sich insgeheim längst in die resolute Kellnerin verliebt. Mehr noch: Er glaubt, dass sie die Einzige ist, die ihm helfen kann, ein besserer Mensch zu werden.
Es ist schon eine Kunst, aus einem scheinbar rassistischen, homophoben, reichlich unsympathischen Zeitgenossen wie Melvin Udall die skurile, letztlich doch liebenswerte Hauptfigur einer Komödie zu machen, die sich in einer perfekt austarierten Mischung aus Komik, Tragik, politischer Unkorrektheit und sensibler Beobachtungsgabe mit menschlichen Neurosen beschäftigt.
Regisseur James L. Brooks ("Zeit der Zärtlichkeit") gelingt dieser Drahtseilakt souverän - nicht zuletzt, weil er mit Jack Nicholson ("Eine Frage der Ehre"), Helen Hunt ("The Sessions - Wenn Worte berühren") und Greg Kinnear ("Little Miss Sunshine") drei Ausnahme-Mimen am Start hat, die ihre komplexen Charaktere glaubwürdig und voller Spielfreude mit Leben füllen.
Nicholson und Hunt wurden dafür mit dem Oscar als Bester Hauptdarsteller und Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, und Brooks gelang abermals ein großer Erfolg bei Kritik und Publikum.
In einem gekonnten Balanceakt zwischen Komik und Tragik gelang Meisterregisseur James L. Brooks eine zutiefst menschliche Komödie, bei der Jack Nicholson alle Register zieht.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 17.05.2026 um 16:15 Uhr auf 3sat.