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37°: Die Landklinik: Leben retten in der Provinz

Film von Nadja Kölling
30 min Dienstag, 10.03.2026 00:10 Uhr
3sat
Dienstag
10.03.2026
00:10 Uhr
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Das Krankenhaus in Wriezen nahe der polnischen Grenze, ist für viele die einzige medizinische Anlaufstelle in der Region. Rund um die Uhr wird hier operiert, behandelt und gerettet.

Mit enormem Einsatz ringen die Mitarbeitenden nicht nur um die Leben der Patientinnen und Patienten, sondern auch um das Bestehen ihrer Klinik. Der "37°"-Zweiteiler begleitet ein Jahr lang den Klinikalltag und erzählt große Themen im kleinen Kosmos.

Die Personalnot ist groß am schlecht angebundenen Wriezener Krankenhaus in Brandenburg, die Finanzen knapp, das Einzugsgebiet riesig, die Bevölkerung alt. Dazu sorgen steigende Kosten und die bundesweite Krankenhausreform für einen massiven Spar- und Umstrukturierungsdruck.

Medizin auf dem Land folgt eigenen Regeln. Manche Patientinnen und Patienten müssen für ihre Behandlung bis zu 30 Minuten fahren, um medizinische Hilfe zu erhalten. Dasselbe gilt für das Notarztteam und den Rettungsdienst: Die Anfahrtswege sind lang und längst schon sind in Wriezen nicht mehr alle Eingriffe möglich. Die schweren Fälle versorgt Notarzt Kai Wilke (42) häufig nur notfallmäßig - und lässt sie dann, so schnell es geht, in größere Häuser verlegen. Der Orthopäde und Unfallchirurg fährt mehrmals im Monat Notarzteinsätze - neben den stressigen 24-Stunden-Diensten auf der Station, im OP und in der Notaufnahme. Er ist selbst hier geboren, verheiratet, hat zwei Kinder - und er hat sich bewusst für die Arbeit in der Provinz entschieden.

Die leitende Anästhesie-Schwester Birgit Matthes (61) ist die dienstälteste Mitarbeiterin und so etwas wie die gute Seele des Hauses. Ihre Ausbildung machte sie noch zu DDR-Zeiten. Birgit hat den Wandel des Gesundheitswesens miterlebt: von überschaubaren Abläufen hin zu einem von immer mehr Effizienz und Kostendruck geprägten Alltag.

Julia Kraushaar (35) ist im vierten Jahr ihrer Facharztausbildung zur Viszeralchirurgin, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Seit eineinhalb Jahren fährt sie außerdem als Notärztin Rettungseinsätze - und muss 24-Stunden-Dienste übernehmen.

Ohne internationales Personal, wie die indischen Assistenzärzte Anoop Puritipati (35) und Meghana Kurapati (30) würde der Klinikbetrieb nicht funktionieren. - Wird das Ehepaar nach der Ausbildung in der Region sesshaft?

Die 24-jährige Janina Buhe machte direkt nach der Schule ihre Ausbildung im Krankenhaus und arbeitet jetzt in der Rettungsstelle. Während es viele andere junge Menschen aus der Region in die Großstadt zieht, war das für sie nie eine Option.

Geschäftsführerin Katja Thielemann (49) steht vor der gigantischen Herausforderung, die beschlossene Krankenhausreform umzusetzen und kämpft mit aller Kraft darum, die Klinik zukunftssicher zu machen. Kann sie diese Aufgabe bewältigen?

Der erste Teil "Retter in der Provinz" der zweiteiligen "37°"- Reportage zeigt eine Klinik, die funktioniert, weil Menschen bereit sind, über ihre Grenzen zu gehen. Er erzählt von Teamgeist, Nähe und Verantwortungsgefühl - in dramatischen Zeiten.

Die Sendereihe berichtet aus außergewöhnlicher Perspektive heraus über für unsere Gesellschaft typische Lebenssituationen: die Kamera begleitet eine Gruppe oder einzelne Menschen in meist besonders exponierter sozialer Situation.

Textquelle: ARD Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 10.03.2026 um 00:10 Uhr auf 3sat.

Details
Art
Dokumentation
Kategorie
Gesellschaft
Themenbereich
Gesellschaft allgemein
Erstsendung
03.03.2026 ZDF
Alternative Ausstrahlungstermine
10.03.2026 00:103sat