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Vom Ende der Welt in Görlitz

Olivier Messiaen und sein "Quatuor pour la fin du temps"
Donnerstag, 29.01.2026 23:25 Uhr
MDR
Donnerstag
29.01.2026
23:25 Uhr
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Nicht immer können sich Komponisten die Orte ihrer Kreativität auswählen, mitunter werden diese von den Zeitläufen erzwungen. So geschah es auch beim "Quartett für das Ende der Zeit" von Olivier Messiaen. Der französische Komponist komponierte das Werk, nachdem er im Sommer 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten war. Seine Kompanie wurde zunächst in der Nähe von Nancy festgesetzt, kam aber noch im Juli nach Görlitz ins Stammlager VIII A, dessen Gelände sich heute am Stadtrand des polnischen Zgorzelec befindet.

Am 15. Januar 1941 war es so weit. In der Theaterbaracke erklang das "Quatuor" zum ersten Mal. "Niemals wieder wurde mit solcher Aufmerksamkeit und solchem Verständnis zugehört", erinnerte sich Messiaen später. Der Uraufführung wohnten etwa 400 Zuhörer bei. Hungernde, frierende Menschen, fern ihrer Heimat - im schlesischen Niemandsland fasziniert von dieser so sonderbaren, kristallinen, transzendenten Musik.

Der Titel des Werks bezieht sich auf die Offenbarung des Johannes, in der es heißt: "Es soll hinfort keine Zeit mehr sein, … wenn der siebente Engel seine Stimme erheben und seine Posaune blasen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes."

Sowohl in Deutschland als auch in Polen, Frankreich und darüber hinaus in der gesamten Musikwelt steht Olivier Messiaen mit seinem Werk für einen Humanismus, der an die Schrecken der Vergangenheit gemahnt und für die Zukunft gewahrt werden sollte.

Ausführende:
Jörg Widmann, Klarinette
Pierre-Laurent Aimard, Klavier
Isabelle Faust, Violine
Jean-Guihen Queyras, Violoncello

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 29.01.2026 um 23:25 Uhr auf MDR.

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29.01.2026 23:25MDR25.06.2024 02:45arte