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Terra NRW - Land des Wassers

Ein Film von Melanie Jost
Samstag, 22.11.2025 11:00 Uhr
WDR
Samstag
22.11.2025
11:00 Uhr
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Rund 1,206 Milliarden Kubikmeter Wasser werden allein für die öffentliche Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen jährlich benötigt! Über 130 Liter Wasser verbraucht jeder einzelne Bürger pro Tag. Das geht nur mit einer ausgeklügelten Infrastruktur - und die ist ein Meisterwerk! Errungenschaften mit gerade einmal hundertjähriger Geschichte. Denn noch bis Ende des 19. Jahrhunderts waren Brunnen die oft einzige Wasserversorgung, neben Bächen und Flüssen. Teils nie veröffentlichte Fotos von den schweißtreibenden Bauarbeiten aus den Schubladen der Stadtarchive erzählen die Geschichte hinter der Infrastruktur.

Doch Wasser lässt sich nicht produzieren. Es ist eine natürliche Ressource und Nordrhein-Westfalen ist ein Wasserland: Zwar kündigen immer trockenere Sommer einen Wandel an, dennoch gilt NRW als wasserreiches Land mit ausreichend Niederschlag. 50.000 Kilometer Fließgewässer und über 2.000 Seen durchziehen das Land. Überraschend: Fast kein See hierzulande ist natürlichen Ursprungs, sondern es sind Baggerseen oder Stauanlagen. Die Kunst, Wassermassen zu stauen und so zu beherrschen, hat NRW zu den Superlativen getrieben: Mit über 60 Talsperren ist NRW Deutschlandmeister. Ihre Dichte im Bergischen Land ist in Europa einmalig. Sie sind Teil der Erfolgsgeschichte von Pionieren der modernen Wasserbewirtschaftung und ein Schlüsselelement der Wasserversorgung. Wie kam es zu ihrer Entstehung?

Die Geschichte der Talsperren beginnt in Remscheid im Bergischen Land, wo die Bürger der boomenden Industriestadt im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen saßen. Mit Mut und Erfindergeist legten sie kilometerlange Leitungen von unten aus dem Tal bis zu einem gigantischen Wasserspeicher zum Ort auf dem Berg. Als auch dies nicht mehr ausreicht, wagen sie als erste den Bau einer Talsperre. Im Mai 1889 erfolgte der erste Spatenstich. Errichtet wurde sie im Wesentlichen in Handarbeit. Zweieinhalb Jahre später war das Meisterwerk fertig.

In der Nachbarstadt Solingen zog man nach und hat mit der Sengbachtalsperre die drittälteste Deutschlands. Sie ist noch immer im Einsatz und hat heute tierische Unterstützung: Max und Bruno, die beiden Talsperrenhunde, bewachen ihren Boss Roland Sorgenicht bei den Kontrollgängen. Und sie sind darauf trainiert, alles blitzschnell aus dem Wasser zu holen, was dessen Qualität gefährdet, wie verendete Tiere.

Während im Bergischen Land die Römer nie Fuß fassen konnten, entfalteten sie linksrheinisch ihre Macht. Das heutige Köln erbauten sie nach ihren schon damals hochmodernen städtebaulichen Standards: Sie schufen eine öffentliche Wasserversorgung- und Entsorgung. Was ist nach Abzug der Römer daraus geworden und wie kam es dazu, dass die Cholera Köln besonders hart traf?

Im Ruhrgebiet hatte die Stadt Essen in Punkto Wasser-Infrastruktur die Nase vorn, auch weil die Industrie mit Größen wie Alfred Krupp den Bau erster Wasserwerke förderte. Und Essens offene Kanalisation galt Mitte des 19. Jahrhunderts als fortschrittlich. Dazu wurden Bäche und Flüsse als Abwasserkanäle genutzt. Heute werden diese zurückgebaut und die Fließgewässer renaturiert.

Die Reihe wird gesprochen von Annette Frier.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 22.11.2025 um 11:00 Uhr auf WDR.