Lange Zeit galt der Mensch als unangefochtener Meister des Lernens und Lehrens. Tieren wurde nur instinktives Verhalten zugeschrieben und es herrschte lange der Irrglaube vor, dass sie nur durch reine Nachahmung das Verhalten ihrer Artgenossen kopieren würden. Im vergangenen Jahrhundert brachten wissenschaftliche Untersuchungen neue Erkenntnisse: Nicht nur Menschen kooperieren und agieren in sozialen Gruppen - auch viele Tierarten haben faszinierende Methoden entwickelt, um ihr Wissen und ihre Erfahrung weiterzugeben. Die neue "Universum"-Dokumentation "Die Schule der Tiere - Lernen von Artgenossen" gibt am Dienstag, dem 2. September 2025, um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON einen Einblick in die Klassenzimmer der Natur: Hier gibt es zwar keine Tafeln und Sitzbänke, es finden jedoch lebenswichtige Lektionen statt und Prüfungen, die über den Fortbestand einer ganzen Spezies entscheiden können. Als beste Lehrer im Tierreich gelten Erdmännchen: Sie haben sogar einen Stufenplan entwickelt, damit Jungtiere rasch lernen, wie sie einen Skorpion erlegen. Die begehrte Beute wehrt sich mit giftigen Stichen, gegen die ihre Angreifer zwar immun sind - schmerzhaft sind sie trotzdem. Die Jagdlektionen erfolgen in drei Etappen: Dem Nachwuchs wird zuerst ein toter Skorpion serviert, damit er mit dem Anblick und Geschmack vertraut wird. Später wird ein lebendiges Exemplar gebracht - den giftigen Stachel beißen die "Instruktoren" jedoch ab, das Töten obliegt den Schülern. Erst gegen Ende ihrer "Ausbildung" müssen sie allein mit dem Fang fertig werden. Erdmännchen fördern also aktiv den Lernfortschritt ihrer Schüler. Dies ist ein großer Unterschied zur reinen Nachahmung, erklärt der britische Zoologe Alex Thornton, der in der afrikanischen Kalahari- Wüste über das Sozialleben von Erdmännchen forscht: "Viele Tiere lernen durch das Beobachten anderer. Beim Unterrichten wiederum handelt es sich um eine echte Investition.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 03.09.2025 um 11:35 Uhr auf ORF 2.