Wir haben in Berlin etliche Brücken, die viel schneller das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, als ursprünglich geplant, erzählt Daniel Schramm von der Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr, während er durch die marode Mühlendammbrücke klettert.
Nicht nur der zunehmende Schwerlastverkehr, auch baulich verursachte Mängel, besonders an Spannbetonbrücken aus den 60er Jahren, machen Verkehrsplanern große Sorgen. 61 Berliner Brücken erhielten nur die Note 3 oder schlechter. Das bedeutet, sie müssen komplett saniert und erneuert werden. Bauingenieure sind seit dem plötzlichen Einsturz der Dresdner Carolabrücke im vergangenen Herbst alarmiert, die Nervosität in der Branche ist groß, erzählt Brückengutachter Klaus-Dieter Abraham: Das Ereignis hat uns völlig überrascht.
Der Einsturz in Dresden zeigt, wie schwierig es mitunter ist, die Tragfähigkeit alter Spannbetonbrücken verlässlich zu bestimmen. Wir nehmen mittlerweile sogar Risse unterhalb von 0,2 mm Breite sehr ernst. Das war früher nicht so. Abraham und sein Kollege untersuchen eine Potsdamer Havelbrücke, über die täglich 40000 Fahrzeuge rollen, auf kleinste Risse und Veränderungen.
Das Ergebnis: niederschmetternd. Note: 3,6. Auch hier hilft nur Abriss und Neubau. Bis dahin soll ein automatisches Schallerfassungssystem vor nahenden Havarien warnen. Der Film begleitet die Abrissarbeiten an der A100 und Brückenprüfungen an mehreren Orten in Berlin und Potsdam, taucht ein in die Welt von Brückenbauern und -ingenieuren und geht der Frage nach: wie marode sind unsere Brücken? Und wer soll die daraus entstehende Mammutaufgabe in Zukunft stemmen, wenn es gar nicht mehr genügend Fachleute gibt?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 31.07.2025 um 05:00 Uhr auf Phoenix.