

Die Charité ist Anfang 1933 ein Leitbild für Ärzte aus ganz Europa, ein Mekka für Patienten aus aller Welt. Als die Nazis die Macht übernehmen ruft der weltberühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch die jungen Mediziner auf „… das notwendig Neue zu vollbringen“. Die national-konservative Gesinnung war Grundkonsens in der Ärzteschaft. Wie die meisten Ärzte der Charité begrüßt er das neue Regime. Nur 12 Jahre später operiert er Tag und Nacht Kriegsverletzte im engen Bunker unter seiner Klinik, während über ihm, in den Trümmern der Charité, der Häuserkampf tobt.
Doch in diesen 12 Jahren ist Ungeheuerliches geschehen: Ärzte, die aus Beruf und Berufung angetreten waren, Leben zu retten, wurden Vordenker und Ausführende der NS-Rassengesetze; Mittäter und Wegebereiter einer verbrecherischen Medizin. Keiner der international hoch geachteten Professoren wie Ferdinand Sauerbruch, Walter Stoeckel oder Georg Bessau wurden Mitglied der NSDAP. Doch sie werden Aushängeschilder des Nationalsozialismus
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 03.04.2024 um 21:00 Uhr auf RBB.