

Die in der Türkei lebenden griechischsprachigen und orthodoxen Rum werden auch als die letzten Byzantiner bezeichnet. Seit der Antike siedelten sie an den Ufern des Bosporus, auf den Inseln vor der türkischen Küste und in Anatolien. Mittlerweile soll es nur noch knapp 2000 von ihnen geben. Das 20. Jahrhundert war für die Rum besonders fatal: Viele von ihnen mussten trotz ihrer türkischen Staatsbürgerschaft Pogrome, Arbeitslager, Massenvertreibungen, Gewalt und Rassismus über sich ergehen lassen. Die ständige Unterdrückung, der sie ausgesetzt waren, wurde aus den Geschichtsbüchern getilgt und durch eine nationale Erzählung ersetzt, in der sie nicht vorkommen.
Heute, 100 Jahre nach der Konstruktion einer nationalen türkischen Identität, sind die nichtmuslimischen Minderheiten nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Rum bilden da keine Ausnahme. In der Türkei galten sie als „zu griechisch, um gute Türken zu sein“, auf der anderen Seite der Ägäis wurden sie als „Türkensaat“ misstrauisc
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 12.03.2024 um 12:05 Uhr auf arte.