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Von Wurzeln und Stämmen

Sibirien, die Nenzen in der Tundra
Montag, 15.01.2024 16:10 Uhr
arte
Montag
15.01.2024
16:10 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Auf der ganzen Welt existieren bis heute Hunderte indigener Gemeinschaften, die fernab der Zivilisation tief in den Bergen, Wäldern und Steppen oder auf abgelegenen Inseln leben. Seit Jahrtausenden pflegen sie das Gleichgewicht mit ihrem Ökosystem. Die Stämme sind tief mit ihrem Land verwurzelt. Heute arbeiten sie mit der Wissenschaft zusammen, um ihre Gebiete zu schützen und zu erhalten.
In dieser Folge: Nördlich des Polarkreises lebt seit Jahrtausenden ein Volk, das zu den letzten Rentierzüchtern auf der Erde zählt: die Nenzen. Ein Nomadenvolk, das sich an die Lebensbedingungen eines der unwirtlichsten Gebiete der Welt angepasst hat. Heute steht das Land der Nomaden vor drastischen Veränderungen. Die Klimakrise bedroht die Tundra von Jamal und das Leben der Rentierherden. Und die Nenzen haben auch noch mit anderen Herausforderungen zu kämpfen. Seit 20 Jahren bedroht die Erdgasförderung zunehmend die arktische Umwelt und die wertvollen Weideflächen der Tiere.
In Russland, nördlich des Polarkreises, lebt das indigene Nomadenvolk der Nenzen. Seit Jahrtausenden durchwandern die Rentierzüchter die Jamal-Halbinsel mit ihren Herden. Jamal bedeutet in der Sprache der Nenzen: Ende der Welt. Schon immer hat es das Hirtenvolk verstanden, sich an die extremen Klimabedingungen anzupassen. Das Schicksal der Nenzen und die Zukunft der Jamal-Halbinsel sind eng miteinander verflochten.
Doch die Jamal-Halbinsel wird von großen Umbrüchen in Mitleidenschaft gezogen. Nicht nur schaden die Auswirkungen des Klimawandels der Tundra und dem Rentierbestand, auch wurden hier riesige Erdgasvorkommen entdeckt und viele wertvolle Weideflächen mussten inzwischen Gasfeldern weichen.
Um den Unmut der Rentierzüchter zu beschwichtigen und sie von den strittigen Gebieten fernzuhalten, finanzieren die Gasfirmen die Entwicklung von Dörfern, mit denen sie den Nenzen einen neuen, modernen Lebensstil anbieten.
Der Winter geht zu Ende auf der Jamal-Halbinsel. Rita und ihr Mann Slawa bereiten sich auf eine 400 Kilometer lange Wanderung vor. Begleitet von der Ethnologin Galina Khariouthi brechen mehrere Familien und eine Herde mit 3.000 Tieren auf, um die Sommerweiden zu erreichen, bevor die Kälber zur Welt kommen. Um in das nahrungsreiche Gebiet zu gelangen, muss die Karawane den Ob-Busen überqueren, solange der noch zugefroren ist. Wie in jedem Jahr steht ihnen eine beschwerliche Reise bevor. Aber trotz der Verlockung eines komfortableren moderneren Lebens wollen Rita und Slawa die traditionelle Lebensweise ihrer Vorfahren fortsetzen. Für ihren 22-jährigen Sohn Jascha ist die Entscheidung schwieriger - vor allem, weil dessen Frau beschlossen hat, mit dem zweijährigen Sohn in die Stadt zu ziehen.
„Wurzelvölker“ sind Gemeinschaften in einzigartigen Ökosystemen, die seit Jahrtausenden im Einklang mit ihrer Umwelt leben. Zum Schutz der letzten weitgehend naturbelassenen Gebiete der Erde wird ihre durch Tradition, Erfahrung und Überlieferung geprägte Weltsicht mit modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen in einen Dialog gestellt.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 15.01.2024 um 16:10 Uhr auf arte.