

Wohin entwickelt sich die Türkei? Inwiefern stellt ihre Politik eine Bedrohung dar? Wie kam es dazu, dass die Türkei innerhalb eines Jahrhunderts den Wunsch, Teil Europas zu sein, gegen das Streben nach Vorherrschaft über die islamische Welt eintauschte?
Der Dokumentarfilm lässt einhundert Jahre permanenter Unruhen und Krisen des Landes Revue passieren und setzt diese in den Wirkungskontext der beiden „Väter der Türken“, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten: Mustafa Kemal Atatürk, weltlicher Republikgründer, General und Revolutionär auf der einen Seite, und Recep Tayyip Erdogan, reaktionärer Neubegründer und religiöser Aktivist auf der anderen Seite.
Durch die Gegenüberstellung der beiden wichtigsten Protagonisten der Republikgeschichte wird das unbekannte Gesicht der Türkei zutage gefördert: von der Nationalisierung des Islam bis zur Islamisierung der Gesellschaft, von der Instrumentalisierung der Frauen bis zur Manipulation der Moderne, vom Unabhängigkeitskrieg bis zum bewaffneten Grenzeinsatz, von der Nato bis zum IS und von der Abschaffung des Kalifats bis zu seiner Wiederauferstehung beim sogenannten Islamischen Staat.
Doch auch die Gespenster der Vergangenheit, die unauslöschlich mit den Entstehungsjahren der Türkei verbunden sind, werden nicht ausgespart: der Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915, die Vertreibung der Griechen 1923, die Verfolgung von Kurden und Aleviten ab 1928, die systematische Ausmerzung alles Andersartigen.
Unveröffentlichte Archivaufnahmen und Berichte von türkischen Dissidenten, die der Freiheit nicht abgeschworen haben, liefern den Schlüssel zum Verständnis der geopolitischen Krise, die heute die ganze Welt erfasst.
* 100 Jahre Türkei
100 Jahre nach Staatsgründung widmet ARTE der Türkei, dem Bindeglied zwischen Europa und Asien, einen ganzen Abend. Die Dokumentation "Atatürk und Erdogan - Väter der Türken" schildert die wechselvolle Geschichte der Regionalmacht. Das Land spielt heute eine wichtige geopolitische Rolle, wie die Dokumentation "Türkei - Gaspoker im östlichen Mittelmeer" zeigt. Die Vertreibung von mehr als 1,5 Millionen Menschen in den 20er Jahren ist ein oft vergessenes Kapitel der Spannungen zwischen der Türkei und ihren griechischen Nachbarn. "Griechen und Türken: Vertreibung und Trauma" ist der Titel einer Dokumentation über diesen sogenannten Bevölkerungstausch.
Wohin entwickelt sich die Türkei? Was macht das Land so konfliktträchtig? 100 Jahre nach der Ausrufung der Türkischen Republik widmet ARTE dem Bindeglied zwischen Europa und Asien einen ganzen Abend. Die Dokumentation "Atatürk und Erdogan - Väter der Türken" schildert die wechselvolle Geschichte des Staates. Permanente Krisen prägten ihn, zum Beispiel der Völkermord an den Armeniern, die Verfolgung von Kurden und Aleviten und mehrere Militärputsche. Die Türkei kommt kaum zur Ruhe.
Dies zeigt auch die Dokumentation "Türkei - Gaspoker im östlichen Mittelmeer". Im Sommer 2020 standen sich dort Truppen der NATO-Partner Türkei und Griechenland kampfbereit gegenüber. Gebietsstreitigkeiten, neue Erdgasvorkommen sowie wechselnde politische Bündnisse – die Herausforderungen bleiben komplex.
"Griechen und Türken: Vertreibung und Trauma" ist der Titel einer Dokumentation über den sogenannten Bevölkerungstausch zwischen beiden Ländern, der für die gewaltsame Umsiedlung von 1,2 Millionen griechisch-orthodoxen Menschen aus der Türkei nach Griechenland und von 400.000 Muslimen in die umgekehrte Richtung sorgte. Die dramatischen Ereignisse und ihre Traumata sind vielen heute kaum noch bekannt.
"Songs of Gastarbeiter - Liebe, D-Mark und Tod", erzählt davon, wie türkische Migranten ab den 60er Jahren auch ihre Musik mit in die junge Bundesrepublik brachten, Texte über Aufbruch und Abenteuerlust, Entwurzelung und Sehnsüchte. Eine eigene Musikkultur entstand – inzwischen haben es die Nachfahren als Hip-Hopper auf die ganz großen Bühnen geschafft.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 24.10.2023 um 20:15 Uhr auf arte.