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Reinette L'Oranaise - Von Sternennächten und Liebesliedern

Frankreich 1991
Montag, 14.08.2023 23:55 Uhr TV-Tipp
arte
Montag
14.08.2023
23:55 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Reinette l'Oranaise wurde im algerischen Tiaret als Tochter eines marokkanischen Rabbiners und einer jüdischen Algerierin geboren. Infolge einer schlecht behandelten Pockenerkrankung verlor sie mit zwei Jahren vollständig das Augenlicht. In der Blindenschule von Algier lernte sie die Brailleschrift und das Stuhlflechten. Auf Betreiben ihrer Mutter wurde sie von Messaoud El Medioni, genannt Saoud l’Oranais, einem Sänger und virtuosen Hawzi-Geiger, zur Musikerin ausgebildet. Er führte sie in die arabisch-andalusische Musik ein und nahm sie in sein Orchester auf.
Ihre erste Toneinspielung war ein Duett mit ihrem Lehrer auf Schellackplatte. Im Alter von 26 Jahren gelang ihr der Durchbruch. Zweimal wöchentlich trat sie in Sendungen von Radio-Alger auf, begleitet von Musikern wie dem Klaviervirtuosen Mustapha Skandrani. Saoud l’Oranais eröffnete ein orientalisches Musikcafé in Paris und Reinette folgte ihm. Im März 1943 wurde er vom Sammellager Drancy aus deportiert und wenige Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Kurz zuvor hatte er Reinette in sein Künstlercafé in Oran zurückgeschickt, was ihr das Leben retten sollte. In der Heimat sang sie bei jüdischen und muslimischen Familienfeiern.
Doch die Karriere der algerischen Jüdin verschmolz mit der Geschichte ihres Landes: 1962, nach dem Ende des Algerienkriegs, wanderte sie nach Frankreich aus, wo für sie eine lange, schmerzliche Zeit des Rückzugs und der Einsamkeit begann. Schon fast vergessen, ließ sie sich von Maurice Hattab, Musikliebhaber und Moderator bei Radio Beur, sowie von Philippe Houmous, Journalist bei der Tageszeitung „Libération“, zur Rückkehr in die Öffentlichkeit ermutigen und feierte im Théâtre de la Bastille ihr Comeback.
Es folgten Auftritte im Olympia, im New Morning, im Café de la Danse und bei zahlreichen internationalen Konzerten. Am 17. November 1998 erlosch ihre Stimme für immer. Sie wurde von der Académie Charles-Cros ausgezeichnet und mit dem französischen Orden Commandeur des Arts et des Lettres geehrt.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 14.08.2023 um 23:55 Uhr auf arte.

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27.01.2026 00:30arte14.08.2023 23:55arte