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Dem amerikanischen Traum so fern - Newark, USA

Frankreich 2022
Dienstag, 01.08.2023 23:45 Uhr TV-Tipp
arte
Dienstag
01.08.2023
23:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Newark, die größte Stadt im Bundesstaat New Jersey, ist so etwas wie das industrielle Vorzimmer des glitzernden New York auf der anderen Seite des Hudson-River. Die Aussicht auf Wohlstand zog im 19. und 20. Jahrhundert die Einwanderer in mehreren Wellen hierher: Erst kamen Europäer, dann Afroamerikaner, die dem rassistischen Süden entflohen. Die weiße Mittelschicht zog ab den 1970er Jahren nach und nach aus Newark weg; heute verbindet man die Stadt hauptsächlich mit Verfall und Scheitern.
In dieser ethnisch stark gemischten Stadt löste ein explosiver Cocktail aus aufkeimender Bürgerrechtsbewegung, chronischer Armut der afroamerikanischen Bevölkerung, Allgegenwart der Mafia, Polizeigewalt und Korruption 1967 blutige Unruhen aus, deren traurige Erinnerung die Stadt auch heute noch überschatten. Als die weiße Mittelschicht daraufhin aus Newark wegzog, sank die Einwohnerzahl und die mehrheitlich von Afroamerikanern bewohnte Stadt verarmte. Zwei zeitgleich dort aufgewachsene Autoren stehen sinnbildlich für die Geschichte Newark: der einer jüdischen Einwandererfamilie entstammende Schriftsteller Philip Roth (1933-2018) und der afroamerikanische Dichter und Dramaturg Everett LeRoi Jones alias Amiri Baraka (1934-2014), Gründer des Black Arts Movement und einer der engagiertesten und redegewandtesten Vertreter der Black Power.
Eine Miniaturausgabe Amerikas: „Newark war der Schlüssel, der meine Sinne für alles andere geöffnet hat“, bekräftigt Philip Roth. Die Handlung gut der Hälfte seiner Romane - darunter „Amerikanisches Idyll“, „Verschwörung gegen Amerika“ und „Der menschliche Makel“- ist in Newark angesiedelt, im jüdischen Viertel seiner Kindheit, wo er die sozialen Spannungen aufmerksam beobachtete und seine Wahrnehmung für den Untergang des „American Way of Life“ schärfte. Auch der militante Werdegang von Amiri Baraka wurde von seiner Rückkehr nach Newark geprägt. Als Waffen gegen die Unterdrückung wählte er die Kunst und insbesondere sein Essay „Blues People“. Sein politisches Engagement bewirkte das Absetzen der weißen, korrupten Stadtverwaltung und leistete einen erheblichen Beitrag zum Wahlsieg des ersten schwarzen Bürgermeisters der Stadt. Der Autor starb wenige Wochen bevor sein eigener Sohn, Ras Baraka, 2014 in diese Funktion gewählt wurde.
Anhand von Archivbildern und Textauszügen dieser beiden emblematischen Autoren zeichnet der Dokumentarfilm des US-amerikanischen Filmregisseurs Steve Faigenbaum die Geschichte eines Ortes nach, der wie eine Miniaturausgabe der USA anmutet.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 01.08.2023 um 23:45 Uhr auf arte.

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