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Unsere Wälder - Der Hürtgenwald im Sommer

Schwarzstörche, tiefe Täler und verwundete Eichen
Samstag, 17.06.2023 13:45 Uhr
WDR
Samstag
17.06.2023
13:45 Uhr
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Unsere Wälder sind Lebensraum für Menschen und Tiere. Sie sind zugleich eine Kulturlandschaft, entstanden durch menschliche Eingriffe, sie sind ein Wirtschaftsraum, denn Holz ist eine begehrte Ware. Und sie sind Orte der Schönheit und geheimnisvoller Geschichten, verklärt in alten Erzählungen.
Der Hürtgenwald in der Eifel, westlich von Köln, war so eine uralte Landschaft - bis der 2. Weltkrieg kam. Millionen von Granaten zerfetzten Buchen, Eichen und Fichten. Die Bäume, die überlebt haben, zeigen heute noch die Wunden des Kriegs. Sie sind gespickt mit Granatsplittern.
Günther Hieke ist seit 30 Jahren Förster im Hürtgenwald. Er hat - wie vorher schon sein Vater - mitgeholfen, den Wald wieder aufzuforsten. Heute gehört der Hürtgenwald zu den größten Waldgebieten in Nordrhein-Westfalen - 6.000 Hektar frei von menschlicher Besiedlung.
Jetzt im Sommer leuchtet das Laub in sattem Grün. Sommerhitze bedeutet aber auch Stress für einen Wald. Sogar in der Eifel mit ihren häufigen und verlässlichen Niederschlägen. In den tiefen Tälern des Hürtgenwalds fließen viele Bäche. Der Biber ist hier wieder zuhause, fällt Bäume und staut Teiche auf. Das wiederum lockt den seltenen Schwarzstorch an. Bis vor wenigen Jahren war er im Hürtgenwald noch ausgestorben.
Niemand weiß mehr über den Hürtgenwald als Günther Hieke. Er kennt die Spuren der Menschen aus alter Zeit. In einer verborgenen Holzhütte lebten nach dem Krieg Waldarbeiter. Ihre Arbeit war überlebenswichtig - und lebensgefährlich. Viele Waldarbeiter sind von Minen getötet worden. An anderer Stelle im Norden des Hürtgenwalds finden sich unter alten Eschen die Überreste eines riesigen Klosters. Vor Jahrhunderten sorgten die Mönche für Handel und Bildung in der Region.
In den Heiden und Mooren des Walds ließen die Bauern einstmals ihre Tiere weiden. Auch heute sind hier wieder Schafe unterwegs, um diese alten Landschaften zu erhalten. Im Hürtgenwald wurde lange vor dem Aufstieg des Ruhrgebiets Eisen verhüttet. Große Mengen Holzkohle wurden gebraucht. Die Spuren der Köhlerkarren haben sich tief in den Felsen eingegraben und zeugen von der Härte des damaligen Lebens.
In früheren Zeiten war der Wald für die Menschen die Lebensgrundlage. Heute fasziniert der Hürtgenwald durch Abgeschiedenheit, tiefe Ruhe und Schönheit. Der Hürtgenwald ist eine faszinierende Waldlandschaft, ein Ort voller Überraschungen, voller Geschichten - erlebt an der Seite von Förster Günther Hieke. Ein Film von Thomas Förster

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 17.06.2023 um 13:45 Uhr auf WDR.

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17.06.2023 13:45WDR21.05.2020 14:45WDR