

Bereits etliche Jahre vor der Gründung der Grünen im Januar 1980 gab es in Westdeutschland die sogenannte Alternativbewegung. Man nahm den ersten Bericht des Club of Rome ernst und wollte weg von der Zerstörung der Natur durch immer mehr Konsum. Der Wunsch, keinen Chef mehr zu haben und nur noch gesunde Lebensmittel zu essen, führte u. a. dazu, dass sich vor allem in den größeren Städten Back-Kooperativen gründeten. In Wiesbaden geschah das bereits Mitte der Siebzigerjahre. Neun junge Leute (Arbeiter, Studenten, ehem. Lehrerin) gründeten dort eine alternative Bäckerei namens "Schrotbrot". Auch ihr Ziel war, der Konsumgesellschaft zu entfliehen, die Arbeitsbedingungen selbst gestalten zu können, biologisch einwandfreies Backwerk herzustellen und gesellschaftsverändernd zu wirken. Der Film beobachtete 1979 zwei Tage lang die Arbeit in der Bäckerei und im Verkauf und das Zusammenleben, denn einige Mitglieder der Kooperative lebten in einer Wohngemeinschaft. Vor allem die betriebswirtschaftliche Seite ihrer Alternativbäckerei machte ihnen erhebliche Schwierigkeiten. Sie kamen zwar über die Runden, aber die zentrale Frage war doch: "Wie viel, wie lang, wie intensiv müssen wir arbeiten, um einen vernünftigen minimalen Lebensstandard erreichen und halten zu können?"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 10.04.2023 um 15:10 Uhr auf ARD alpha.