

Am 23. Mai 1618 ereignete sich in der Prager Burg ein unerhörter Akt der Gewalt: Als Fanal im Aufstand gegen ihren Landesherrn, Kaiser Matthias, und dessen zum Nachfolger gewählten böhmischen König Ferdinand II. warfen Vertreter der protestantischen Stände die zwei königlichen Statthalter Jaroslav von Martinitz und Wilhelm Slavata sowie den Schreiber Fabricius aus einem Fenster der Burg. Der zweite Prager Fenstersturz markierte den Höhepunkt eines lange währenden Religionskonflikts.
Im Heiligen Römischen Reich galt der Rechtsgrundsatz „Cuius regio, eius religio“ (wessen Gebiet, dessen Religion). Demnach war der Herrscher eines Landes berechtigt, die Religion für seine Bewohner vorzugeben - ein Grundsatz, der von verschiedener Seite unterschiedlich ausgelegt wurde. Wer ist der Herrscher und darf über die Religion entscheiden? Der katholische Kaiser für das gesamte Reich oder jeder Adlige in seinem jeweiligen Herrschaftsgebiet?
1618 brachte der Aufstand der böhmischen Stände eine Bewegung in
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 19.03.2023 um 02:05 Uhr auf arte.