Der Krieg in der Ukraine schockiert seit einem Jahr die Welt. Viele Familien sind mittlerweile geflüchtet, andere in der Ukraine geblieben. Die Doku-Reihe über und von ukrainischen Kindern und Jugendlichen zeigt seit März 2022, was sie in Video-Tagebüchern über ihr Leben im Krieg berichten.
In der vierten Folge berichten Arina, Vlad, Luch, Taisiya und andere über ihr Leben nach einem Jahr Krieg. Darüber, wie sich ein Winter im Krieg anfühlt, darüber, wie es ist, wenn man seit einem Jahr im Exil leben muss und nicht nach Hause kann. Darüber, was sie für Hoffnungen setzen ins Jahr 2023.
Arina (10 Jahre) ist im Sommer 22 aus dem von der russischen Armee zwischenzeitlich besetzten Cherson im Süden der Ukraine geflüchtet und lebt seit einem halben Jahr in Deutschland, geht in Bremen zur Schule. Rückkehr nach Cherson? Immer noch keine Option für die Familie. Arina erzählt davon, wie sie sich fühlt, wenn sie an ihre Heimatstadt denkt und wie das geht – woanders heimisch werden.
Inna (13 Jahre) und ihre Familie sind in der Ukraine geblieben. Käse machen war für Innas Familie vor dem Krieg ein interessantes Hobby – seit Kriegsausbruch versorgen sie damit das gesamte Dorf, denn es gibt kaum Lebensmittel zu kaufen. Mittlerweile lebt die Familie von der Käserei.
Luch (8 Jahre) und seine Mutter bringen zurückgelassene Tiere aus der Ukraine über die Grenze in Sicherheit. Sie leben in der Nähe von Kyiv, meist ohne Wasser und Strom, ein Generator hilft beim Nötigsten. Doch die Familie will die geretteten Tiere nicht allein lassen.
Taisiya (12 Jahre) lebt mit ihrer Familie im weitgehend zerstörten Sumy. Sie zeigt uns, wie Schule im Krieg organisiert wird. Anfangs ging Vieles noch digital. Weil aber wegen der ständigen Stromausfälle kaum noch etwas funktioniert, musste Taisiya die analogen Lehrbücher wieder hervorkramen.
Vlad (18) ist auf abenteuerlichen Wegen nach Monaten in Russland bis nach Irland geflohen. Er stammt aus Mariupol und möchte unbedingt dahin zurück und die Stadt wieder aufbauen, auch wenn die Familie dort alles verloren hat.
Es herrscht Ausnahmezustand in der Ukraine und das seit einem Jahr.
Arina, Vlad, Taisiya, Luch und andere Kinder erzählen davon, was das für sie bedeutet und wie sie versuchen, mit der unfassbaren Situation umzugehen.
Die Dokuserie „#Ukraine – mein Land im Krieg“ von Radio Bremen (Federführer), MDR, hr, rbb und SWR startete am 12. März 2022 auf kika.de, im KiKA-Player und in der ARD Mediathek. Darin erzählen mehrere Kinder aus der Ukraine schonungslos von ihrem Alltag im Krieg. Ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle teilen sie in kurzen Videobotschaften, die sie mit ihrem Handy aufnehmen. Was bedeutet es, wenn im eigenen Land plötzlich Krieg herrscht? Wie verhält man sich, wenn das eigene Dorf, die eigene Stadt beschossen wird? Wie geht es den Kindern nach einem Jahr im Krieg?
„Der Blick der Kinder ist ehrlich, ihr pragmatischer Umgang mit einer unfassbaren Situation beeindruckend“, so Michaela Herold, Leiterin Tagesprogramm, Familie & Geschichte bei Radio Bremen. „Auch Kinder in Deutschland nehmen die dramatische Lage in der Ukraine intensiv wahr. Sie löst Sorgen und Ängste aus. Ein Blick in die Realität und auf die unglaubliche Resilienz der Kinder in der Ukraine kann dabei helfen, Kinder zu stärken und sie als Handelnde wahrzunehmen.“
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 25.02.2023 um 08:20 Uhr auf Das Erste.