Im Herzen Oberbayerns liegt Prien am Chiemsee. Seit 1860 hat das Örtchen Bahnanschluss nach München und Salzburg. Wie damals in Bayern üblich eiferten die Menschen Ludwig II., dem "Kini", nach. Er hatte die Insel Herrenchiemsee gekauft und ließ das neue Schloss Herrenchiemsee, ein Abbild von Versailles, erbauen. Die Baukosten trieben Ludwig II. fast in den Ruin. Nach seinem rätselhaften Tod 1886 wurden die Bauarbeiten eingestellt. Das Schloss wurde zur Besichtigung freigegeben und die Menschen kamen in Scharen - die Geburtsstunde der Chiemseebahn. Für den knapp zwei Kilometer langen Weg vom Bahnhof zur Schiffsanlegestelle benutzten die Tourist:innen Pferdekutschen. Bis zu 60 Kutschen waren auf den schlecht befestigten Straßen unterwegs. Es passierten Unfälle. Die einzige Lösung war 1887 der Bau der Chiemseebahn. Mit dem Bockerl, wie Nebenbahnen in Bayern genannt werden, kann man heute noch Kleinbahnidylle erleben.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 18.01.2023 um 14:15 Uhr auf SR.