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Energiekrise ist Geothermie die Lösung?

Freitag, 06.01.2023 13:00 Uhr
phoenix
Freitag
06.01.2023
13:00 Uhr
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Seit Jahren sammeln die Experten dort Daten und haben hierfür 300 Häuser mit Sonden verkabelt.
Ein geothermisches Paradies ist Island: Das heiße Erdinnere liegt direkt unter der Oberfläche der Vulkaninsel, und die Isländer nutzen die schier unendliche Energie zum Heizen ihrer Wohnungen und zur Erzeugung von Strom. So kann das Land mit heißem Thermalwasser mittlerweile 90 Prozent seines Wärmebedarfs decken. Auch die Industrie greift auf diese günstige und emissionsfreie Energiequelle zurück. Der größte Stromverbraucher des Landes, eine Aluminiumschmelze kann weiter günstig produzieren, während Metallschmelzen in Europa ihre Produktion drosseln oder komplett einstellen müssen.
In Deutschland sind es vor allem Privathaushalte, die sich für Erdwärme interessieren: Bei Jürgen Conring in Senden bei Münster wird endlich eine Wärmepumpe installiert. Fast ein Jahr lang müssen Kunden inzwischen darauf warten. 160 Meter tief wird nun gebohrt, um genügend Erdwärme zu gewinnen, damit das ganze Einfamilienhaus beheizt werden kann. Das Besondere: Die Conrings wohnen in einem sogenannten Bestandsbau, in einem Haus, das 1993 gebaut wurde. Auch das geht inzwischen, dank moderner Wärmetauscher.
Neben Privathaushalten sind auch immer mehr Energieversorger an Erdwärme interessiert. Sie bohren viel tiefer als private Hausbesitzer und holen aus 1000 bis 4000 Metern Tiefe Thermalwasser an die Oberfläche, das dann zur Wärmegewinnung genutzt wird. Rund um München stehen bereits über 20 dieser Wärmekraftwerke. In Unterhaching versorgt ein solches Kraftwerk derzeit 7000 Haushalte. Wegen explodierender Gaspreise erleben die Betreiber eine hohe Nachfrage.
Doch die Energie aus der Tiefe erlitt in Deutschland immer wieder Rückschläge: Mehrere Unfälle und durch die Bohrungen ausgelöste Erdbeben führten zu Bohrstopps. Eine Bürgerinitiative im Raum Kehl lehnt Tiefengeothermie inzwischen völlig ab. Der sensible Oberrheingraben sei bereits eine natürliche Erdbebenzone. Die Bürger befürchten zusätzliche Erschütterungen, eine Beschädigung von Gebäuden durch Rissbildung und eine Minderung des Wohnwertes. Immer wieder wurden nach Tiefenbohrungen auf französischer Seite Erdbeben bis zu einer Stärke von vier gemessen.
Die Bundesregierung sieht vor allem die Chancen der Geothermie. Ihr Ziel: Jährlich sollen 500.000 Häuser mit Wärmepumpen ausgestattet werden. Angesichts von Lieferengpässen und Personalmangel im Handwerk halten Experten das für sehr ehrgeizig.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 06.01.2023 um 13:00 Uhr auf phoenix.

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