

Sie leben in Deutschland und Frankreich, haben ihre Familien im Iran seit Jahren nicht gesehen. Wenn sie nach Hause zurückkehren würden, würde das Regime sie einsperren, foltern oder töten.
Jetzt hat die iranische Diaspora erstmals Hoffnung: Die Proteste gegen die Islamische Republik wachsen, Revolution liegt in der Luft. Und Frauen wie Anahita und Sadaf Khadem tun alles, um von außen zu unterstützen.
Anahita ist Filmemacherin aus Teheran und lebt in Berlin. Die 31-Jährige hat ein feministisches Kollektiv gegründet, das die Demonstration mit mehr als 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Brandenburger Tor organisiert hat. Sie hat ihre Arbeit aufgegeben, trifft sich Tag und Nacht mit Gleichgesinnten und organisiert Veranstaltungen, auf denen sie so laut sie nur kann mit Slogans wie „Frau! Leben! Freiheit!“ ihre Wut auf das Regime hinaus brüllt.
Sadaf Khadem ist die erste iranische Boxerin. 2019 gewann sie einen internationalen Wettkampf in Frankreich - ohne Kopftuch. Sie war bereits auf dem Weg zum Flughafen, als sie gewarnt wurde, dass man sie im Iran verhaften werde. Seitdem lebt die 27-Jährige in dem französischen Küstenort Royan bei Bordeaux.
„Frankreich ist mein neues Zuhause geworden“, sagt sie. Und kann doch ihre alte Heimat nicht loslassen: Sie unterstützt Frauen im Iran, indem sie ihre eigene Modelinie dort nähen lässt. Sie gibt Interviews und redet mit Politikerinnen und Politikern, postet auf Social Media, um mit ihrer Bekanntheit auf die Verbrechen des Regimes aufmerksam zu machen. Und kämpft im Boxring, um zu zeigen, dass iranische Frauen siegen können.
Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 16.12.2022 um 12:10 Uhr auf arte.