

Lutz Mahlerwein berichtet in seiner Auslandsreportage aus dem Jahr 1996 von Arbeitern, die glücklich darüber sind, in der Fahrradfabrik arbeiten zu dürfen. Die Bauarbeiter hingegen, die als Wanderarbeiter in der Großstadt Shenzhen leben, fühlen sich nicht wohl. Ein Unternehmer wiederum erklärt: "Wir können mit der Entwicklung der Marktwirtschaft in China zufrieden sein... wir hoffen, daß China so schnell wie möglich ein Rechtsstaat wird."
Das alte Hafenstädtchen Shenzhen mit 30.000 Einwohnern wurde in den 80er Jahren eine Drei-Millionen-Metropole und ist heute die reichste Stadt Chinas. Mahlerwein zeigte 1996 den Wirtschaftsaufschwung im Süden Chinas und den beginnenden Wohlstand für die dort lebenden Menschen. Aber Millionen von Wanderarbeitern aus dem Norden und aus Zentralchina waren damals auf Arbeitssuche in Südchina. Denn es gab ein immer stärker wachsendes wirtschaftliches und soziales Gefälle in China. Insgesamt in China gab es eine zunehmende Armut im Norden und eine steigende Kriminalitätsrate. Bereits in diesen Jahren sah Mahlerwein die zunehmende Umweltzerstörung in China durch das rigorose Vorantreiben der Wirtschaft und durch auswuchernde Industrieansiedlungen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 06.11.2022 um 00:00 Uhr auf ARD alpha.