

ls der junge Sharaf in Notwehr einen Mann tötet, wird er zu einer Untersuchungshaft verurteilt. Als sich das Gefängnis als ein Ort der Ungerechtigkeit, der Willkür und der Ausbeutung entpuppt, zerbricht seine Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Er erkennt, dass Standesunterschiede und Korruption weiter unausweichlich sind. In der Klassengesellschaft des Gefängnisses verfolgt Sharaf daraufhin seinen eigenen sozialen Aufstieg, doch der Preis, den er dafür zahlen muss, ist hoch.
Sharaf ist einer von unzähligen jungen Menschen in der arabischen Welt, die auf eine bessere Zukunft hoffen. Der Mikrokosmos des Gefängnisses spiegelt die komplexe Lebenssituation der Menschen in vielen arabischen Ländern wider, die unter Diktaturen und Armut leiden und gleichzeitig den Auswirkungen eines ungerechten globalen ökonomischen Systems ausgesetzt sind. Der Film stützt sich auf den gleichnamigen Roman des Ägypters Sonallah Ibrahim, eines der wichtigsten, auch international veröffentlichten Schriftsteller der arabischen Welt.
In „Sharaf“ verdichtet sich die Gesellschaft auf kleinstem Raum, im Komplex des Gefängnisses spiegeln sich alle Probleme wider: Korruption, Machtmissbrauch, verhängnisvolle Abhängigkeiten, religiöser Fanatismus, Verrat und Egoismus. So liefert die Handlung einerseits Erklärungen, warum eine Revolution gegen das System Mubarak stattfinden musste und andererseits eine zutreffende Analyse der Mechanismen und Strukturen bis heute - denn nach den Hoffnungen des Arabischen Frühlings ist die Lage auf vielen Ebenen längst nicht besser, gar schlimmer als zuvor.
Der Spielfilm lief auf zahlreichen Filmfestivals überall auf der Welt, war in die Wettbewerb-Sektionen eingeladen von Veranstaltungen am Roten Meer, in Tunis (Karthago), Hof, Rotterdam, Calgary, Cannes (FIFP) und Paris. Der Regisseur Samir Nasr inszenierte zahlreiche Filme und Dokumentarfilme für Film und Fernsehen, darunter “Police Station” (2000, Doku-Serie), "Seeds Of Doubt "(2005) und "Rania's Dream" (2018). Der renommierte Autor Sonallah Ibrahim, der 2004 den Preis "Schriftsteller des Jahres" erhielt, lehnte ihn ab, da er der ägyptischen Regierung keine Glaubwürdigkeit zusprach.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 04.12.2024 um 22:55 Uhr auf arte.