

Sehnsüchtig erwartet Manfred Eckenfellner die Rückkehr des Wiedehopfs aus seinem Winterquartier in Afrika. Sobald im Frühjahr die Sonne wieder etwas kräftiger scheint, durchstreift der Tischler die Reihen seines Weingartens im niederösterreichischen Wagram. Er hält Ausschau nach den auffälligen Federhauben des Wiedehopfs, lauscht auf die markanten Rufe des Zugvogels.
Seine Liebe zu dem seltenen Vogel begann vor etwa zehn Jahren. Damals galt er im Wagram, einem Höhenzug an der Donau, praktisch als ausgestorben. In jenem Frühsommer aber entdeckte Eckenfellner einen kranken Wiedehopfjungvogel in seinem Garten und pflegte ihn wieder gesund. Seitdem hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, dem Wiedehopf am Wagram ein neues Zuhause zu geben oder besser - ihm seine alte Heimat wieder zurückzugeben.
Im Alten Ägypten galt der Wiedehopf als heilig, in Persien symbolisierte er Mut, und die Bibel stufte ihn als nicht essbar ein. Heute gehört die Unterart der Baumhopfe zu den gefährdeten Tierarten Österreichs. Schuld daran ist zum einen der Anfang der 50er Jahre im Zuge intensiver Landwirtschaftsmethoden einsetzende Rückgang von Wallhecken und lichtem Gehölz, dem natürlichen Lebensraum des Vogels. Zum anderen hat der umfangreiche Einsatz von Pestiziden die Mai-, Bock- und Hirschkäfer und damit die Nahrungsgrundlage des Wiedehopfs vernichtet.
Der Zimmermann Manfred Eckenfellner, der mit Kameras ausgestattete Nester baut, und der Bioweinbauer Karl Fritsch, der die Artenvielfalt auf seinen Weinbergen erhalten will, kämpfen für den Schutz des seltenen Vogels. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen die großen und kleinen Besonderheiten des Wiedehopfs: von seiner besonderen Flügelform über seine Kopfmuskeln bis zu seiner Spannweite, die ihm ein besonderes Verhalten in der Luft und am Boden ermöglicht.
Die Männchen verteidigen ihr Revier mit kurzen, rohrflötenähnlichen Rufen, die lautmalerisch an "up-up-up" erinnern und der Art ihren wissenschaftlichen Gattungsnamen "Upupa epops" gaben. Das Weibchen brütet pro Gelege ein Dutzend Eier aus und schreckt mögliche Fressfeinde mit einem übelriechenden Sekret ab. Bereits im Alter von nur sechs Tagen können sich die Vogelküken selbst verteidigen. Gezeigt werden Balzrituale, Paarungsverhalten, Angriffe von Füchsen, Schlangen oder Raubvögeln, das Schlüpfen der Kleinen und die Adoption eines verwaisten Vogeljungen durch einen der Männer, nachdem ein Unwetter das Nest zerstört hatte. Passagen über das Verhalten der Tiere wechseln mit atemberaubenden Aufnahmen vom Vogelzug ab, wenn der Wiedehopf im Frühjahr aus dem 8.000 Kilometer entfernten afrikanischen Winterquartier zurückkehrt.
Film von Stefan Polasek Florian Berger
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 27.08.2022 um 13:15 Uhr auf MDR.