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Dollar Heroes

Devisen für den Diktator
Freitag, 22.07.2022 12:00 Uhr
arte
Freitag
22.07.2022
12:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Das nordkoreanische Regime unterhält eines der größten Zwangsarbeitssysteme weltweit. Die Regierung, durch die internationalen Wirtschaftssanktionen knapp bei Kasse, verkauft ihre eigenen Leute als Arbeitskräfte an Firmen in Russland, China und einem Dutzend anderer Länder auf der ganzen Welt, auch in die Europäische Union. Experten schätzen, dass seit der Machtübernahme von Kim Jong Un die Zahl nordkoreanischer Zwangsarbeiter auf rund 100.000 gestiegen ist. In Nordkorea werden sie mit dem Versprechen hoher Löhne und Ruhm für ihre Familien gelockt.
Doch einmal verpflichtet und ins Ausland geschleust, müssen sie bis zu 14 Stunden pro Tag unter teilweise unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Ihr Verdienst wird zu einem großen Teil einbehalten und direkt nach Pjöngjang überwiesen. Viele verdienen oftmals über Jahre nichts. Die Arbeiter leben unter ständiger Überwachung durch nordkoreanische Aufseher. Nicht selten sind sie mehrere Jahre im Ausland, bevor sie ihre Familien wiedersehen dürfen. Die Schicksale der Arbeiter zeugen vom Zynismus und der Unmenschlichkeit dieses Systems. Die Nutznießer sind der nordkoreanische Staat, der mit den so erwirtschafteten Devisen unter anderem sein Atomprogramm finanziert, aber auch die Bauunternehmen, Lebensmittelfirmen und Werften in Dutzenden Ländern, die die Zwangsarbeiter beschäftigen.
Das nordkoreanische Machtstreben und die Kräfte der Globalisierung sind einen faustischen Pakt eingegangen: Billige Arbeitskräfte schuften für das Atomprogramm des Diktators, während die Vereinten Nationen und die Europäische Union wegschauen.

* Themenabend: Asien – Das neue Machtzentrum

Die Welt blickt derzeit auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, in dem auch die USA eine Rolle spielen. Noch sind sie die Supermacht Nr.1. Doch das amerikanische Imperium gerät zunehmend in die Defensive, wir erleben den Übergang von einer uni- in eine multipolare Welt.
Die neue Sicherheitsdoktrin der USA benennt die Gegenspieler klar beim Namen: China, Russland und Iran. Genau diese drei Mächte nehmen Schlüsselpositionen in dem größten Infrastrukturprojekt der Geschichte ein: Auf einer Reise von China nach Europa beleuchtet die Dokumentation "Die Neue Seidenstraße - Poker um eine neue Weltordnung" verschiedene geopolitische Brennpunkte, an denen sich folgenschwere Konflikte zusätzlich zum Ukraine-Krieg entzünden könnten: Taiwan, die Straße von Malakka, Afghanistan und Zentralasien.
Der anschlieβende Dokumentarfilm "Das asiatische Beben" beleuchtet die Finanzkrise in Asien und ihre Folgen für den Westen. 1997/98 ist der Beginn einer schrittweisen Abkoppelung Asiens vom Vorbild "Westen". Der "Osten" kommt zu dem Schluss, dass der "Westen" seine Finanzwirtschaft nicht mehr unter Kontrolle hat. Als aus einer regionalen Währungskrise eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise geworden ist, die nach Japan, Russland und Brasilien auch Europa erreicht, entschließen sich Finanzinstitute weltweit zu einer Strategieumkehr und gewähren frische Liquidität. Das beendet die Spekulation und ist der Beginn der Gesundung.
Der Film "Dollar Heroes – Devisen für den Diktator" widmet sich schlieβlich Nordkorea: Rund 100.000 Arbeitssklaven weltweit schuften als Devisenbringer für Kim Jong-uns Regime – sogar in der Europäischen Union. In dieser investigativen Dokumentation wird beleuchtet, unter welchen Bedingungen nordkoreanische Arbeitsbrigaden leben und arbeiten – und wer von diesem unmenschlichen, staatlich organisierten Sklavenhandel profitiert.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 22.07.2022 um 12:00 Uhr auf arte.