Am 6. Juni 2008 wird der ehemalige österreichische Tennisstar Horst Skoff in einem Hamburger Fitnessstudio schwer verletzt aufgefunden. Anderthalb Tage später stirbt er im Krankenhaus.
Skoff war in seiner Heimat ein Volksheld, galt aber auch als Lebemann, der lieber feierte als trainierte. Seine Liaison mit der ehemaligen Miss World Ulla Weigerstorfer passte in dieses Bild. Skoff hatte den Hang zur großen Show.
Er schlug Boris Becker am Hamburger Rothenbaum und Mats Wilander im Davis-Cup. Zehn Jahre gehörte er zur internationalen Spitze und stieg auf bis zur Nr. 18 der Welt. Aber er hatte auch das Image des Versagers, der entscheidende Matches verlor, wie gegen Michael Chang und Marc-Kevin Goellner im Davis-Cup. So stand er immer im Schatten seines Landsmanns Thomas Muster.
Was der Öffentlichkeit weitestgehend verborgen blieb war der Mensch hinter dem Klischee. Die NDR-Autoren Hendrik Maaßen und Andreas Becker zeigen nach langer Recherche in ihrer „Sportclub Story“ bislang unbekannte Fakten und Einblicke in das Leben und die Todesumstände des ehemaligen Tennisstars Horst Skoff. Denn bis heute geht die Familie davon aus, dass Horst Skoff in jener Nacht in Hamburg umgebracht wurde.
Nach der Karriere gerät der gebürtige Kärntner in die Kreise des ehemaligen Landeshauptmann Jörg Haider. Er vermietet ein Bordell und konsumiert Drogen. Regelmäßig verkehrt er in Hamburg im Sadomaso-Milieu. Als er stirbt sind Drogen, eine Prostituierte und eine Domina im Spiel. Als Todesursache wird nach einer Obduktion Herzversagen attestiert, die Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen ein.
Nach und nach entsteht in dieser Dokumentation das Psychogramm des Menschen Horst Skoff - in Interviews mit Wegbegleitern, Freunden, Familie und Zeitzeugen - an den Originalschauplätzen in Hamburg und Skoffs Heimat in Kärnten bzw. Wien.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 18.04.2022 um 00:00 Uhr auf NDR.