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Fahr mal hin (2/2)

Vom Felsendorf Liverdun bis ins Dreiländereck
Dienstag, 19.04.2022 06:30 Uhr
SR
Dienstag
19.04.2022
06:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die französische Mosel - Herzöge, Könige und Kaiser haben sie geliebt und um sie gekämpft. Europäische, ja sogar weltbewegende Geschichten haben sich an ihren Ufern abgespielt. Sie hat Grenzen geschaffen, vor allem aber überwunden. Bis heute. Auf dem Weg von dem Felsendorf Liverdun bei Toul und Nancy bis ins Dreiländereck wird die französische Mosel allmählich zur Europäerin. Aber zunächst wartet nach einem Abstecher in das fast mediterrane Felsendorf Liverdun mit seinem Mosel-Panoramablick noch eine besondere Überraschung. Denn nur wenige Kilometer flussabwärts stand in dem Arbeiterstädtchen Pompey einst das Hüttenwerk, in dem der Pariser Eiffelturm gegossen wurde.
Und nicht weit von hier führt die Reise auf eine Moselinsel und mitten hinein in eine spannende Geschichte aus Kelten- und Römerzeit. Danach bei Pont-à-Mousson demonstriert eine prächtige Abtei, wie groß einst die Macht der Prämonstratensermönche war, die hier bereits im 16. Jahrhundert eine Universität gründeten.
Und schließlich gilt es in Scy-Chazelles das lothringische Zuhause des großen Europäers Robert Schuman zu entdecken. Er wurde mit seinem Konzept der `Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl`, das er hier 1950 entwickelte, zum maßgeblichen Gründervater Europas. Weitere Höhepunkte auf dem Weg entlang der Ufer sind ein Naturschutzparadies und ein spektakuläres römisches Aquädukt, das einst Trinkwasser über die Mosel bis in die bedeutende Stadt Divodurum leitete.
Das heutige Metz. Die Stadt und ihre lange Geschichte sind untrennbar mit der Mosel verbunden. Und für heutige Freizeitkapitäne ist der Metzer Moselhafen eine der schönsten Stationen am Fluss. Auch auf dem letzten Streckenabschnitt zwischen Metz und dem Dreiländereck fehlt es nicht an Abwechslung. So hat die Stadt Thionville die Zeiten der Schwerindustrie hinter sich gelassen und inzwischen ihr historisches Erbe als Festungsstadt herausgeputzt. Letzter Höhepunkt dieser Flussreise ist Sierck-les Bains im Dreiländereck mit seiner mächtigen Burg. Heute ein beliebtes Ausflugsziel für Franzosen, Deutsche und Luxemburger mit herrlichem Ausblick auf das Moseltal Richtung Frankreich oder weiter Richtung Luxemburg und Deutschland.
Europäische, ja sogar weltbewegende Geschichten haben sich an den Ufern der französischen Mosel abgespielt. Könige und Kaiser haben sie geliebt. Sie hat Grenzen geschaffen, vor allem aber überwunden – bis heute.
Die Mosel entspringt am Berg Drumont im Süden der lothringischen Vogesen. In der Nähe des Dorfes Bussang kommen mehrere Quellen aus dem Berg. Sie schließen sich zu einem Bach zusammen, der immer stärker anschwillt. Schmelz- und Hochwasser führt dazu, dass ihr Bett sich ständig verändert. Das gilt besonders für die noch junge, wilde Mosel.
Die Schließung von Industriebetrieben hat dazu geführt, dass das Flusswasser immer sauberer wurde, heute kann man Biber beobachten und wieder in der jungen Mosel baden.Ab Richardménil ist die französische Mosel kanalisiert, doch es sind viele naturbelassene Altarme geblieben. Von Liverdun bis Sierck-les-Bains legt die Mosel etwa 100 Kilometer zurück.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 19.04.2022 um 06:30 Uhr auf SR.

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