

Als die Alliierten am 23. November 1944 Straßburg besetzen, kommt für die Reichsuniversität in Straßburg das Aus. Nur einige Professor:innen waren geblieben wie Johannes Stein, Dekan der Medizinischen Fakultät und Großvater von Autorin Kirsten Esch. Die Reichsuniversität war drei Jahre zuvor als nationalsozialistisches Prestigeprojekt eröffnet worden. Sie sollte die Pariser Sorbonne in den Schatten stellen. Die Fakultäten werden geleitet vom "Kronjuristen" des Dritten Reichs Ernst Rudolf Huber oder dem Physiker und späteren Friedensforscher Carl Friedrich von Weizsäcker. Zeitzeuginnen sind Karin Esch, die Mutter der Autorin, und Elisabeth Raiser, Tochter von Carl Friedrich von Weizsäcker. Welche Rolle spielte der Großvater der Autorin als Dekan? War er im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, wo Anatom August Hirt grausame Menschenversuche durchführte? Kirsten Esch setzt sich mit ihrer Familiengeschichte auseinander. Sie schildert auch die Beteiligung einer geistigen Elite des Dritten Reichs an grausamen Menschenverbrechen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 29.03.2022 um 23:30 Uhr auf SR.