

"Eine Alm ohne Schellen", vermutet Alfons, ein Schafhirte aus dem Passeiertal, "das wird's wohl nirgends geben." Die Gebrüder Zipperle, Gabriel und Franz, beides Hirten, schmieden ihre Schellen selbst. Beide sind meisterhafte und gesuchte Schellenschmiede geworden.
Walter Gurschler ist Bauer auf einem sehr steil gelegenen Hof im Schnalstal. Er hat viele Schafe, viele Ziegen und einen Stall voll Rindvieh. Jedes Tier hat bei ihm seine eigene Schelle. Am stärksten hängt Walters Herz aber an den Ziegen. Denn die läuten die Schellen besonders schön. Walter erkennt jede seiner weit über hundert Schellen an ihrem Klang. Im Frühjahr bekommen die Ziegen nach einem langen Winter im Stall ihre Schellen angelegt. Die Leitziege bekommt die größte und beste Schelle - die, die man am weitesten hört.
Schellen von alten bekannten Schmieden sind kaum noch zu bekommen. Wenn doch hin und wieder eine verkauft wird, erzielt sie fantastische Preise. Eine kleine Ziegenschelle kann da bis zu 2.000 Euro kosten. Alfons legt seine wertvollen Schellen den Ziegen deshalb nur beim Almabtrieb an. Er fürchtet, sie könnten gestohlen werden.
Dokumentation von Josef Schwellensattl
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 20.02.2022 um 16:15 Uhr auf BR.