

Bad Ischl, das klingt nach Kaiser-Nostalgie und dem Gesundheitsmythos der Bergwelt. „Mit dem Kaiser Franz Joseph ins dritte Jahrtausend“ – das scheint in Bad Ischl tatsächlich zu gelingen. Die ersehnte Schwangerschaft der Erzherzogin Sophie schreibt man hier der Heilkraft der Sole zu. Als sie dem „Salzprinzen“ Franz Joseph I. das Leben schenkt, wird der Ort europaweit berühmt. Wer dazugehören will, macht Sommerfrische in Bad Ischl. Die Tracht hat hier einen hohen Stellenwert, genauso wie die gute Küche und alte Handwerksberufe, darunter Hutmacher, Schneider und Konditoren – sehr zur Freude der Kurgäste. Das alte Kurhaus bietet jedes Jahr die Bühne für Operette, die hier – gegen jeden Trend – quicklebendig ist. Die Vorstellungen sind ausverkauft, und Franz Léhar ist immer dabei.
Heute leitet in Bad Ischl eine junge Generation von Frauen die Traditionsbetriebe. So ist Ischl, wie die Kenner liebevoll sagen, erstaunlich jung und als Kurort mit Salz-Therapien und Therme Trend. An wenigen Plätzen der Welt ist die Vergangenheit so sehr lebendige Gegenwart wie in Ischl. Bad Ischl ist ein unübertroffenes Beispiel dafür, wie ein kleiner Ort ohne Ermüdungserscheinungen Erfolg hat.
Es gibt sie noch, die glanzvollen Heilbäder der Belle Epoque mit ihrer exzentrischen Architektur, den exklusiven Grandhotels, mondänen Thermen, lichten Säulenhallen, verspielten Trinkbrunnen und ausgedehnten Promenaden. Die erfolgreichsten unter ihnen haben es geschafft, das alte Wissen vom guten Leben zu bewahren und sich gleichzeitig der Moderne zu stellen. In den reizvollsten Landschaften Europas pflegen die Kurorte das Wissen über die Heilkraft der Natur – von Luft, Wasser, Salz, Gestein, Vegetation und Klima. Und sie erleben deshalb heute eine eindrucksvolle Renaissance, wie die Dokumentationsreihe beweist.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 11.02.2022 um 07:50 Uhr auf arte.