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Die Wannseekonferenz

Deutschland 1983
Samstag, 15.01.2022 20:15 Uhr
ARD alpha
Samstag
15.01.2022
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Berlin, 20. Januar 1942: Eine Villa am Großen Wannsee. Reinhard Heydrich, SS-Obergruppenführer, Chef des Reichssicherheitshauptamtes und engster Mitarbeiter Heinrich Himmlers, hat 14 leitende Repräsentanten des nationalsozialistischen Regimes zu einer Geheimkonferenz eingeladen. Der einzige Punkt der Tagesordnung ist die sogenannte "Endlösung der Judenfrage". Eine Sekretärin führte das Sachprotokoll der knapp eineinhalbstündigen Sitzung, während der in kalter Bürokratenmanier die systematische Vernichtung der europäischen Juden diskutiert wurde. Diese später aufgefundene Niederschrift sowie weitere Zeitdokumente bilden die Grundlage der im Auftrag des Bayerischen Rundfunks entstandenen filmischen Rekonstruktion von Drehbuchautor Paul Mommertz und Regisseur Heinz Schirk.
Zu sehen sind Funktionäre des NS-Staates, die bei Kognak und Häppchen das Für und Wider schon erprobter oder noch in Erprobung stehender Vernichtungsmethoden diskutieren. Die Organisation des Transports der Opfer an den Ort ihrer Vernichtung wird erörtert, Kompetenzrangeleien zwischen einzelnen Instanzen geklärt. Jovial verteilt Heydrich Lob und Rüge, während er den reibungslosen Ablauf und die perfekte Organisation des Massenmordes einfordert, bei dem alle Beteiligten "ihr Bestes" leisten sollen. Der Völkermord wird zur Organisations- und Verwaltungsaufgabe.
In Echtzeit und anhand der Originalprotokolle rekonstruieren Autor Paul Mommertz und Regisseur Heinz Schirk in dem dokumentarischen Fernsehspiel den Ablauf dieses monströsen Geheimtreffens. Konsequent folgen sie dabei den klassischen Regeln von der Einheit des Ortes und der Zeit. Knapp eineinhalb Stunden dauerte vor 70 Jahren diese folgenreiche Konferenz, knapp eineinhalb Stunden dauert auch die Rekonstruktion, mit der die von Hannah Arendt beschriebene "Banalität des Bösen" anschaulich vor Augen geführt wird.
Das als Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk entstandene Dokumentarspiel wurde außerhalb Deutschlands auch im Kino gezeigt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter der Adolf-Grimme-Preis und der Dokumentarspiel-Preis beim World Television Festival in Tokio 1985. "Ein eindrucksvolles und erschütterndes Dokumentarspiel". (Lexikon des Internationalen Films)

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 15.01.2022 um 20:15 Uhr auf ARD alpha.