In keinem anderen Bundesland gibt es so viele historische Herrenhäuser, Gutshäuser, Gutsschlösser und Wasserburgen wie in Mecklenburg-Vorpommern. Von den über 2.000 Objekten sind viele verfallen, nur 200 davon werden zurzeit benutzt oder bewohnt. Aber ständig gibt es ein paar neue verwegene Menschen, die sich dem einen oder anderen verlassenen Gutshaus annehmen.
Seit drei Jahren begleitet der NDR nun schon einige der neuen Gutshausbesitzer bei der Sanierung und der Reparatur ihrer Gebäude, bei ihren Anstrengungen, sich in verfallenen Häusern wieder einzurichten und die oft viel zu großen Anwesen sinnvoll zu nutzen. Und immer wieder gibt es Neues und Aufregendes zu berichten.
Das Gutshaus von Dersentin bei Teterow war ein klassizistisches "Geisterhaus", umgeben von einer alten LPG und verkommenen Ställen. Leerstand, der Putz war ab, die Fenster waren hohl. Aber Sönke Johannsen, ein Pharmamanager aus Berlin, machte sich an die Arbeit: Öfen heizen, Keller räumen, Dach dichten. Probleme lösen, das kann er gut. Mittlerweile baut er schon die große Freitreppe, die in den Park führt. Im Inneren werden Küche und Ferienwohnungen herausgeputzt. Und dann gibt es auch Grund zum Feiern. Sönke Johannsen und seine argentinische Frau Adriana laden zum Maskenball auf Schloss "La Dersentina".
Phillip Kaszay in Kobrow hat seine Frau und das zweite Kind bei dessen Geburt verloren. Und um seinem Leben nach diesem Verlust wieder einen Sinn zu geben, hat Phillip seinen Job in Ulm gekündigt und ist mit Tochter Paula nach Mecklenburg gezogen. Er hat eine Mission. Er will das Gutshaus Kobrow wieder zum Mittelpunkt des Dorfes machen. Er arbeitet sich daran als Einzelkämpfer ab. Für ihn ist es eine Art Eigentherapie. Seit über einem Jahr wohnt er schon mit Paula im Haus. Aber jetzt geht es richtig los in Kobrow: Bagger dröhnen, Baumaschinen knirschen und eine Truppe jugendlicher Lehrlinge rückt an zu einem ungewöhnlichen Arbeitseinsatz.
Knut Splett-Henning und Christina von Ahlefeldt-Laurvig haben schon einmal ein Gutshaus saniert. Die beiden wohnen mit drei Kindern und einer riesigen Dänischen Dogge in Rensow. Aber Knut kann es nicht lassen: Gerade hat er im benachbarten Dorf Dölitz, weit ab vom Schuss, eine Ruine gekauft. Das Gutshaus ist eingewachsen wie ein Dornröschenschloss, die Fenster fehlen, das Dach hat ein Loch. Im Obergeschoss wachsen Birken aus dem Parkett. "Kein Problem", sagt Knut, "das kriegen wir wieder hin."
Eine Langzeitbetrachtung dreier Gutshausprojekte durch vier Jahreszeiten, die dabei einige ehrgeizige Umbaupläne begleitet.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 18.01.2022 um 15:00 Uhr auf NDR.