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Abtreibung in Europa

Verachtet, verheimlicht, verboten
Freitag, 14.01.2022 07:00 Uhr
phoenix
Freitag
14.01.2022
07:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Das Recht auf Abtreibung in Europa das ist längst nicht selbstverständlich. In Polen demonstrieren Frauen seit vergangenem Herbst gegen eine Verschärfung des Abtreibungsrechts. Ein Schwangerschaftsabbruch ist dort inzwischen auch dann verboten, wenn der Fötus schwerste Fehlbildungen aufweist.
Marta Lampert organisiert seit Monaten den Protest gegen die PiS-Regierung und die ultrakonservative christliche Lobbyorganisation Ordo Iuris. Sie wehrt sich gegen die kirchliche Bevormundung von Frauen: Unsere Bewegung ist die Antwort auf eine patriarchale Kultur, auf einen patriarchalen, fundamentalistischen Staat, der Frauen besonders schlecht behandelt.
Auch in Spanien versuchen christliche Fundamentalisten, das gesetzlich verbriefte Recht von schwangeren Frauen auf Abbruch zu torpedieren. Immer wieder erleben Schwangere, wie sie bewusst über den Gesundheitszustand ihres Embryos getäuscht werden, um sie so zu einer Geburt eines schwerstbehinderten Kindes zu zwingen.
Aber auch in Deutschland kämpfen Frauen, die einen Eingriff durchführen lassen wollen, mit erheblichen Hürden, gerade in ländlichen Gebieten. Im katholischen Münster gibt es kaum noch Ärzte, die bereit sind, einen Eingriff durchzuführen. Eine Mutter, die sich nach reiflicher Überlegung gegen ein weiteres Kind entschieden hat, erzählt, dass sie auf dem Weg zur Pflichtberatung an einer Gruppe betender Männer vorbei musste, die sie als Sünderin bezeichneten. Für den Eingriff selbst blieb ihr nur der Weg ins etwa 90 Kilometer entfernte Bielefeld.
Die Frauenärztin Kristina Hänel betreibt in Gießen eine Praxis, seit Jahren beschäftigt sie ein prominenter Rechtsstreit. Die Informationen auf ihrer Webseite, wie bei ihr ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden kann, wird von Abtreibungsgegnern und Staatsanwaltschaft als Werbung gewertet. Ich als Ärztin erfülle einen Staatsauftrag. Aber ich darf die Frau nicht aufklären, öffentlich, erklärt sie.
Trotz Gesetzesänderung ist es für Ärztinnen und Ärzte nach wie vor hoch problematisch, Patientinnen zu informieren, ohne mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt zu geraten. Die Folge: Ärzte ziehen sich aus diesem Gebiet der medizinischen Versorgung zurück.
Für "Die Story: Abtreibung in Europa" begleiten Peter Onneken und Diana Löbl Frauen, Ärzte und Aktivisten in Europa. Und fragen: Wie sehr ist Abtreibung noch immer ein Tabu? Wie sehr wird Abtreibung verachtet, verheimlicht oder verboten?

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 14.01.2022 um 07:00 Uhr auf phoenix.

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14.01.2022 07:00phoenix