Bonn, 1779. Der achtjährige Ludwig van Beethoven gilt als musikalisches Wunderkind. Er ist eigenwillig und schon damals seiner Zeit weit voraus. Die Versuche seines Vaters, den Jungen mit Strenge zu erziehen, scheitern. Ludwig will eigene Wege gehen eckt damit in der Gesellschaft an. Der Erfolg gibt ihm recht. Jahre später möchte sich der selbstbewusste Künstler - von den revolutionären Gedanken der Aufklärung begeistert - nicht mehr dem herrschenden Adel unterordnen. Als er Eleonore von Breuning näherkommt, muss Beethoven jedoch die Standesgrenzen erkennen. Im Jahr 1793 zieht er nach Wien und avanciert dort zu den musikalischen Größen der Zeit. Der Verlust des Gehörs macht aus dem gefeierten Genie jedoch einen verbitterten und einsamen Menschen. Ludwig van Beethoven, dessen Geburtstag sich 2020 zum 250. Mal jährt, zählt zu den herausragenden Komponisten der Musikgeschichte. Seine Ode "An die Freude" ist die Hymne der Europäischen Union. Hinter seinen Mythos blickt der aufwendig inszenierte, fiktionale Spielfilm 'Louis van Beethoven', der sich auf drei Lebensabschnitte fokussiert. Der Jungpianist Colin Pütz spielt das Wunderkind der Bonner Kindheitstage, Anselm Bresgott den rebellischen, jugendlichen Beethoven und Tobias Moretti das vereinsamte und taube Genie am Ende seines Lebens. Kunstvoll bettet Niki Stein als Autor und Regisseur biografische Episoden des Künstlers in den historischen Kontext ein, der durch das Gedankengut der Aufklärung und die gesellschaftlichen Umwälzungen der Französischen Revolution geprägt worden war.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 03.01.2022 um 01:50 Uhr auf SWR.