"Ich habe mich morgens zum Spielen an den Computer gesetzt und erst gegen Mitternacht wieder aufgehört". Die Studentin Céline kennt sich aus mit langen Zocker-Nächten. Bis heute kann sie sich vor dem Rechner oder der Konsole verlieren. Spielen macht sie glücklich und ihre Freundinnen und Freunde sind ebenfalls begeisterte Gamer*innen. Céline sieht darin kein Problem, Spielen sei mittlerweile ein schönes Hobby für sie, mehr nicht. Während der Schulzeit war das anders. Céline hatte Probleme in der Schule und fühlte sich als Außenseiterin. Damals suchte sie Zuflucht in Computer-Spielen. Freundinnen und Freunde halfen ihr, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Bei Gabriel ist das Zocken am Rechner schon früh außer Kontrolle geraten. Als Schüler spielte er ständig, ließ sich vom PC "aufsaugen", wie er es heute bezeichnet. Im Studium floh er völlig in die virtuelle Welt, konnte den Alltag nicht mehr bewältigen. Bis heute hat er große Probleme und braucht therapeutische Hilfe. Anders als Céline und Gabriel, ist Mohammed ein professioneller Gamer. Als E-Sportler tritt er in großen Wettkämpfen gegen andere Zocker*innen an. E-Sport hat viele Fans, Tausende fiebern mit bei den großen Events und es gibt Preisgelder in siebenstelliger Höhe. "Es war ein irres Gefühl, gleich im ersten Profi-Jahr erfolgreich zu sein". Zeit für Schule und Privatleben hat Mohammed wenig - er muss sich entscheiden, welchen Weg er weitergehen will. Die SWR Reportage porträtiert junge Gamer*innen und hinterfragt ihre Motive und Lebensperspektiven. Was macht die Faszination des Spielens aus?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 09.10.2021 um 06:30 Uhr auf SR.