Die zweiteilige Serie "Mordskerle - zwei Jungs kämpfen sich zurück ins Leben" begleitet den schweren Weg von Stefan und Philipp. Werden sie es schaffen, neuen Lebensmut zu fassen?
In Folge 1 begegnen die Zuschauer dem 17-jährigen Philipp in der Heidelberger Orthopädie: Er ist gerade aus der Klinik im fränkischen Ansbach, wo man ihn nach seinem unverschuldeten Verkehrsunfall wieder zusammengeflickt hatte, hierher verlegt worden. Das linke Bein ist weg, ebenso sein linker Arm. Im rechten hat er kaum Kraft. Die Nerven sind gequetscht. Zwei Monate lang war seine Mutter mit ihm in Heidelberg, jetzt wird sie nach Hause fahren. Nichts wünscht Philipp sich mehr, als mitfahren zu können. Endlich mal ein Wochenende wieder in sein Zimmer zurück, sich treffen mit seinen Kumpels, die ihm die ganze Zeit die Treue gehalten haben.
Aber erst soll er lernen, mit einer Prothese zu laufen, denn bis jetzt sitzt er im Rollstuhl. Nach einigen Monaten anstrengender und schmerzhafter Physiotherapie ist es soweit: Er steht an einem Barren und soll zum ersten Mal wieder auf "zwei Beinen" gehen. Philipp trainiert verbissen, tagein tagaus. Er will wieder zurück ins Leben. Aber vorher steht noch eine OP an: Philipp hat kein Gefühl und keine Funktion mehr in seinem linken Armstumpf. So hat eine Armprothese keinen Sinn. Ein Neurologe will deshalb die Nervenenden des Stumpfs zusammennähen. Werden sie dann wieder anfangen zu wachsen?
Der 19-jährige Stefan aus Landshut ist schon seit ein paar Monaten in Heidelberg. Nach seinem Unfall mussten ihm beide Beine und der rechte Arm abgenommen werden. Dass er überlebt hat, ist ein Wunder. Er läuft schon richtig gut mit seinen Beinprothesen, und weil er sich langweilt im Krankenhaus, hat er angefangen, mit einem Fußball zu üben. Nach anfänglicher Schockstarre angesichts seines schrecklichen Schicksals, reist die Familie, wann immer es geht, nach Heidelberg. Am Wochenende kommt seine Schwester.
Aufmunterung kann er gebrauchen: Sein Armstumpf ist so kurz, dass die Orthopädietechniker Schwierigkeiten haben, eine funktionierende Prothese zu entwickeln. Er hat Angst: Wird er mit dem künstlichen Arm überhaupt etwas anfangen können? Wie wird er zuhause zurechtkommen, mit zwei Beinprothesen in den vierten Stock, ohne Aufzug?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 04.09.2021 um 07:00 Uhr auf SWR.