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Mississippi (1/2)

Der wilde Norden
Mittwoch, 25.08.2021 07:30 Uhr
phoenix
Mittwoch
25.08.2021
07:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Der Mississippi ist ein Fluss der Superlative, eine nordamerikanische Legende. Der wasserreichste und mächtigste Fluss der USA legt von der Quelle in Minnesota bis zu seinem riesigen Mündungsgebiet bei New Orleans fast 4.000 Kilometer zurück. Er durchquert nahezu das gesamte Staatsgebiet der USA und fließt durch acht Bundesstaaten. Der Zweiteiler folgt dem Verlauf des großen Stromes, vom strengen Winter am Oberlauf bis zur Jahrhundertflut am Golf von Mexiko.
Bereits im Herbst 2010 führt der Mississippi mehr Wasser als normalerweise. Der Sommer war ungewöhnlich nass. Der Fluss ist bis an den Rand gefüllt, als er etwa 170 Kilometer von der Quelle entfernt in den Lake Winnibigoshish fließt. Für kurze Zeit verwandelt sich der Mississippi in ein Paradies für Tausende Wasservögel, die vom immer kälter werdenden Norden in südliche Regionen ziehen. In Minnesota treffen sie auf einen der größten Überwinterungsplätze des Weißkopfseeadlers, des Wappentieres der USA. Die mächtigen Greifvögel holen sich in waghalsigen Flugmanövern ein Blässhuhn nach dem anderen aus den Fluten.
Gut 200 Kilometer weiter südlich lebt der Rotluchs. Die schöne Wildkatze wird nur gut doppelt so groß wie eine Hauskatze und ist, ähnlich wie sie, eine hervorragende Jägerin. Im mittlerweile hohen Schnee haben selbst Baumwollschwanzkaninchen, die perfekt Haken schlagen, keine Chance, ihr zu entkommen.
In den Wäldern Minnesotas haben dank strengen Schutzes Wölfe überlebt. Einst stark bejagt, sind es mittlerweile wieder gut 3.000 Exemplare. Für den behäbigen Baumstachler ist das schlecht, einem erfahrenen Wolf kann er auch mit seinen Stacheln nichts entgegensetzen.
Der Mississippi ist wie selten zuvor in dickem Eis erstarrt. Der zugefrorene Fluss ist ein tragfähiger Wanderweg etwa für Weißwedelhirsche oder Kojoten geworden. Problemlos kann ihn auch der Mensch mit schweren Schneemobilen befahren. Die Männer bereiten einen besonderen Fischzug vor. Mit Motorsägen fräsen sie Löcher ins Eis und lassen Netze in die Tiefe gleiten. Anschließend beginnt die Treibjagd: Mit lärmenden Pistenfahrzeugen treiben sie die verängstigen Fische in die Enge und ziehen sie in Massen aus dem Wasser.
Allmählich geht der strenge Winter zu Ende und die Eisdecke des Flusses reißt auf. Nun schmelzen alle Niederschläge der vergangenen Monate binnen kurzer Zeit. Schon jetzt ist absehbar, dass im kommenden Frühjahr ein Hochwasser Dörfer und Städte, Landschaften und zahllose Tiere mit seinen Fluten ertränken wird.
Film von Brian Armstrong

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 25.08.2021 um 07:30 Uhr auf phoenix.