

Im tiefen Schlamm ist jeder einzelne Schritt mühevoll, dazu kommen Hitze, Stechmücken und der Wind, der einem um die Ohren schlägt.
"Expedition ins Schilf - Nationalpark Neusiedler See" macht den Blick frei auf die exotische Seite des Sees und lüftet einige der Geheimnisse des Steppensees im Burgenland. So ist es Regisseur Manfred Christ gelungen, die sagenumwobenen Rohrhirsche mit der Kamera einzufangen. Rohrhirsche sind Rothirsche, die sich dem Leben im Schilf angepasst haben. Einst waren sie rund um den See verbreitet, vor 20 Jahren galten sie als Rarität, mittlerweile gehören sie wieder zum Landschaftsbild. Auch all jene Vögel, die besonders stark an das Schilfrohr gebunden sind, werden entsprechend bezeichnet - u. a. Rohrsänger, Rohrschwirl, Rohrammer und Rohrweihe.
Nicht weniger als 340 Vogelarten sind im Nationalpark nachgewiesen. Um einen Überblick über die im Schilf brütende große Vogelkolonie zu bekommen, haben sich Kamerateams mit hohen Leitern durch das Dickicht gekämpft und die Kernzone des Nationalparks vom Flugzeug aus und mit Drohnen erkundet, um einen Eindruck vom großen Ganzen einfangen zu können. Am Rande des Schilfs warten die westlichen Ausläufer der asiatischen Steppe mit kleinen, salzigen Seen auf - den sogenannten Lacken. Sie sind ein Anziehungspunkt für Vögel, die sonst nur an Meeresküsten zu beobachten sind. Statt Krähen, Tauben und Kohlmeisen stößt man hier auf Säbelschnäbler oder Stelzenläufer - und man bekommt faszinierende Verhaltensweisen wie die Paarung der Stelzenläufer zu sehen.
aus der ORF-Reihe "Universum"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 12.08.2021 um 13:30 Uhr auf phoenix.