

Die sehr kleine Gemeinde Oberwallmenach mit rund 190 Einwohnerinnen und Einwohnern befindet sich im Rhein-Lahn-Kreis. Sie liegt zwei Kilometer südlich von Nastätten, zu deren Verbandsgemeinde sie gehört. Urkundlich erwähnt wird der Ort bereits 1260. Traditionell wird der westliche Teil des Taunus als das blaue Ländchen bezeichnet, was auf das Einfärben von Flachs mit Indigo zurückgeht. Ein Handwerk, das in der Region bis Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet war. Mit Blick auf manche Dächer des Dorfes kann man auch im übertragenden Sinn vom blauen Ländchen sprechen: In Oberwallmenach haben zahlreiche Häuser indigofarbene Photovoltaik-Paneele installiert, zahlreiche Bürger*innen speisen hausgemachten Solarstrom ein oder beladen damit ihre Elektrofahrzeuge. Seit 18 Jahren schreitet die Gemeinde auch bei der Beheizung kommunaler Gebäude ökoverträglich voran. Ein Drittel der Oberwallmenacher Ortsfläche ist bewaldet. Das Altholz geschädigter Fichten wird in Eigenproduktion zu Hackschnitzeln geschreddert, was pro Jahr rund eine Million Liter Heizöl einspart. Gerückt wird im Wald, wo immer möglich, noch mit Pferden. Das ist schonender als der Einsatz von Ernte-Maschinen. Im Kirchweg kann man einige der Menschen kennenlernen, die im Dorf für grünen Fortschritt sorgen. Ein junger Elektrotechniker klettert bei den Nachbarinnen und Nachbarn aufs Dach und montiert fleißig Solarzellen. Ein Bauer mit Faible für die Umwelt fährt Elektro-Smart und der Revierförster ist, statt mit dem Pick-up, mit dem E-Bike unterwegs.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 08.08.2021 um 18:07 Uhr auf SWR.