Die sichere Verwahrung von hochradioaktivem Atommüll für eine Million Jahre gehört zu den brisantesten Zukunftsthemen. Weltweit werden derzeit rund 300.000 Tonnen hochradioaktiver Müll verwahrt. Ein funktionierendes Endlager gibt es nirgendwo. Voraussetzung für die Standortsuche sind Forschungen über das geeignetste Wirtsgestein und die Behälter für die abgebrannten Brennstäbe, dazu kommt die Frage des Wissenstransfers über die Deponie-Orte an künftige Generationen. Einzigartig ist die Forschung im Felslabor Mont Terri im Schweizer Kanton Jura. In 300 Metern Tiefe wird dort die Möglichkeit der Endlagerung in Opalinuston-Gestein erprobt. Die Bevölkerung wird umfassend über die Standortsuche informiert. Krasses Beispiel für nicht funktionierende Endlagerung ist der ehemalige Salzstollen der Schachtanlage Asse in Deutschland. Dort wurde zwischen 1965 und 1978 rund 47.000 Kubikmeter Atommüll verbracht. Da eindringendes Wasser die sichere Lagerung gefährdet, müssen die Fässer geborgen werden. Obwohl Österreich kein Atomkraftwerk betreibt, muss auch hierzulande ein Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Abfälle errichtet werden. Derzeit werden diese von der Nuclear Engineering Seibersdorf, NES, aufgearbeitet und dort bis 2045 in einer Halle zwischengelagert.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 20.07.2021 um 11:00 Uhr auf ARD alpha.