Der Architekt Gottfried Böhm gilt als einer der wichtigsten deutschen Architekten der Nachkriegs-Ära. Am 9. Juni 2021 ist er im hohen Alter von 101 Jahren in Köln verstorben. Immer wieder arbeitete er gemeinsam mit seinen Söhnen Stephan, Peter und Paul an Bauprojekten. Alle sind sie Architekten geworden. In Zusammenarbeit mit seinen Söhnen entstanden regelmäßig Großbauten - wie die Zentralmoschee in Köln oder das Museum Ägyptischer Kunst in München. Das Renommee des Vaters verschaffte den Söhnen attraktive Großaufträge, verhinderte aber auch ihre Selbstständigkeit und schürte die Konkurrenz untereinander.
Peter Böhm, der mittlere Sohn, ist leidenschaftlicher Architekt, mischt sich aber oft in Projekte seiner Brüder ein und vernachlässigt die eigenen. Paul Böhm führt als Jüngster die meisten Wettbewerbe aus, doch erschöpft er sich dabei mehr und mehr. Stephan Böhm will sich als Ältester in China einen Namen machen, um der Konkurrenz innerhalb der Brüderschaft zu entgehen. Peter soll eine Vortragsreise vom Vater übernehmen und wird zum Sprachrohr der Dynastie, obwohl er lieber Wettbewerbe wie seine Brüder machen würde. Paul überkommen Selbstzweifel, als ihn Peter darauf hinweist, dass er mit seinen Projekten längst ein verlängerter Arm des Vaters geworden ist. Die Missgunst unter den Brüdern wird weiter angefacht von Stephans schnellem Erfolg in China. Doch der muss bald darauf feststellen, dass er hintergangen wurde und pleite ist. Die Brüder driften auseinander. Mit dem Tod des Vaters stellen sich nun zahlreiche Fragen: Wie geht es weiter mit der Architekten-Dynastie? Wer wird das Erbe des großen Baumeisters Gottfried Böhm antreten?
Ein Dokumentarfilm von Maurizius Staerkle Drux
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 13.06.2021 um 08:45 Uhr auf WDR.