

Das Wohlstandsgefälle und die ungleichen Einkommensverhältnisse in Europa ermöglichen es, dass 300.000 Pflegekräfte aus Osteuropa, die in keiner offiziellen Statistik erfasst sind, in Deutschland arbeiten. Der größte Teil dieser Pflegerinnen in der ambulanten Pflege arbeitet schwarz - wie die Polin Halina (69), die seit Jahren Senioren in Deutschland pflegt und weder kranken- noch unfallversichert ist.
Anders ist es bei Barbara (63) aus Imielno in Polen. Sie arbeitet seit zwölf Jahren legal in Deutschland als Altenbetreuerin. Zuvor war sie Versicherungsangestellte, verlor aber ihren Job und fand aufgrund ihres Alters in ihrem Land keine Arbeit mehr. Seit einiger Zeit pflegt sie ein Seniorenpaar in deren Haus in Bremen. Sie steht ihnen rund um die Uhr zur Seite: Kochen, Spülen, die Küche putzen, Medikamente bringen, Einkaufen, Bügeln.
Auch Aneta (46) aus Slawkow will nach langer Krankheit als Altenpflegerin in Deutschland arbeiten. Sie hat früher in der Gastronomie gearbeitet, findet aber in Polen wegen der Corona-Pandemie keine Arbeit. "Re:" begeleitet sie nach Ascheberg in Nordrhein-Westfalen, wo sie beginnt, einen 80-jährigen Deutschen, der alleine in seinem Haus wohnt, zu pflegen.
"Re:" begleitet die drei polnischen Pflegerinnen und gibt Einblicke in die häusliche Altenpflege, zeigt die menschliche, karitative Seite der Arbeit, aber auch die Probleme, die durch die prekären Arbeitsbedingungen entstehen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 10.06.2021 um 12:15 Uhr auf arte.