Bis zu 75 Prozent der Insekten in Deutschland sind bereits verschwunden. Ein stilles Sterben mit schwerwiegenden Folgen. Zwei Drittel der hundert wichtigsten Nutzpflanzen brauchen die Bestäubung durch Insekten. Neue Lebensräume und Nahrungsangebote müssen her: in Stadt, Land und privaten Gärten. "plan b" stellt Ideen vor, mit denen das gelingen soll. So wie die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG Vebowag. 300 Quadratmeter "Grünfläche" zwischen den Wohnblocks werden zu einem blühenden Insektenparadies umgewandelt. Das klingt zunächst wenig, doch wenn man sich vorstellt, dass alle deutschen Freizeitgärten zusammen so gross sind wie die deutschen Naturschutzgebiete, dann wird das Potenzial deutlich. Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz. In der Landwirtschaft heisst das Zauberwort der Reformer: "Ökologische Intensivierung". Der Engländer Marek Nowakowski ist einer ihrer Vorreiter. Seit 15 Jahren trainiert der Agronom aus dem Landkreis Oxford Bauern im sogenannten Wildlife Farming. Sein Konzept: Die weniger ergiebigen Ränder der bewirtschafteten Felder aus der Produktion herauszunehmen und stattdessen gezielt mit Gräsern, Wildkräutern und Blumen zu bepflanzen. Diese kleinen Flächen reichen aus, um die Zahl der Bienen, Hummeln und Käfer messbar zu erhöhen. Bis zu acht Prozent der Anbaufläche können umgewandelt werden, ohne dass die Bauern auf Erträge verzichten müssen. In Frankreich versucht das Netzwerk DEPHY, eine Vereinigung von 3000 konventionell wirtschaftenden Bauernhöfen, den Einsatz von Pestiziden zu minimieren. Die Bauern pflanzen unter anderem ein breiteres Spektrum von Kulturpflanzen, arbeiten mit Fruchtfolgen und bekämpfen Unkraut mechanisch. Dabei werden sie von Biologinnen und Agro-Wissenschaftlern wie Florent Banctel beraten. Er hilft Weinbauern im Loire-Gebiet dabei, weniger Gift einzusetzen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 31.03.2021 um 13:50 Uhr auf SRF 2.