Die Corona-Pandemie hat die Autoindustrie in Deutschland schwer getroffen. Nun soll als neuer Heilsbringer das Elektroauto mit massiven Fördergeldern in den Markt gedrückt werden. Es scheint, als sei dies ein Schnäppchen für den Bürger und eine Chance für die Umwelt. Doch stimmt das auch? Filmemacher Michael Höft will es wissen. Er schaut sich auf den Märkten um, auf denen unsere gebrauchten Fahrzeuge in Afrika und Osteuropa verkauft werden. Was passiert mit unseren alten Autos? Und ist die Idee "Weg mit den alten und her mit den neuen Wagen" wirklich ökologisch? Schon nach den Dieselfahrverboten in Deutschland ist der Preis für ein paar Jahre alte Euro-4- und Euro-5-Diesel in den Keller gerutscht. Diese eigentlich hochwertigen Pkws gehen meist in den Osten Europas, vor allem nach Bulgarien, Rumänien und Slowenien, wo sich ein Eldorado für Händler auftut. In Bulgarien wird aus den Gebrauchtwagen meist der Katalysator ausgebaut und zu Geld gemacht. Das Ergebnis: 90 Prozent aller Fahrzeuge in Bulgarien haben keine Abgasfilter, schätzen Experten.Viele alte Benziner gehen nach Westafrika. Nigeria ist einer der größten Pkw-Abnehmer weltweit. Dabei ist der Straßenverkehr in Lagos, wie in fast allen afrikanischen Großstädten, nahezu zum Erliegen gekommen. Nicht nur Katalysatoren, auch die Batterien werden hier ausgebaut, weil die Rohstoffe etwas wert sind und deshalb separat verscherbelt werden. Die Batterieflüssigkeiten verseuchen mittlerweile ganze Landstriche. Die Reporter treffen Experten, die davon überzeugt sind, dass Kaufprämien nur der Wirtschaft und nicht der Umwelt helfen. Man könne so gut wie jedes alte Auto auf moderne Abgaswerte bringen, nur scheint dies weder von der Autoindustrie noch von der Politik gewünscht zu sein. Geht es in Deutschland beim Autokauf also wirklich um die Umwelt - oder doch nur ums große Geschäft?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 15.02.2021 um 09:05 Uhr auf tagesschau24.